Bilanz : Stadtsparkasse Wedel: „Das Jahr 2017 war gut“

Landesweit Spitze im Wertpapiergeschäft: Vorstandsvorsitzender Marc Cybulski (links) und Kollege Heiko Westphal präsentieren nicht nur eine gute Bilanz, sondern auch die neuen großen Bildschirme, auf denen trockene Zahlen durch Visualisierung aufbereitet werden.
Landesweit Spitze im Wertpapiergeschäft: Vorstandsvorsitzender Marc Cybulski (links) und Kollege Heiko Westphal präsentieren nicht nur eine gute Bilanz, sondern auch die neuen großen Bildschirme, auf denen trockene Zahlen durch Visualisierung aufbereitet werden.

Zunehmende Attraktivität von Wertpapieren und „Wachstum in Steinen“ sorgen für eine positive Bilanz.

shz.de von
13. April 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Vorstandsvorsitzender Marc Cybulski und sein Vorstandskollege Heiko Westphal sind zufrieden mit der Jahresbilanz der Stadtsparkasse Wedel fürs abgelaufene Geschäftsjahr. „Wir haben ein solides Ergebnis, das Jahr 2017 war gut“, verkündet Cybulski nicht ohne stolz. Das Geschäftsvolumen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30 Millionen auf 614 Millionen Euro an. Zudem legte der Jahresumsatz im Wertpapierhandel um 17,9 Millionen auf 60 Millionen zu. „Absolut prosperierend“, so der Vorstandsvorsitzende zufrieden. Und auch bei den Kreditgeschäften lief es rund. 

Historisch hohes Niveau

„Das gute Kreditgeschäft kompensiert die niedrigen Zinsen“, erläutert Cybulski. „Wir haben hier in Wedel aber auch ein freundliches Umfeld, das merken wir und es hilft“, gibt er zu. Vor allem das anhaltende „Wachstum in Steinen“, der Finanzierungsbedarf im Baubereich, führe zu guten Ergebnissen. Von den Kredit-Neuzusagen in Höhe von 78,6 Millionen Euro entfielen 29,6 Millionen auf die privaten Kunden. 49 Millionen machten die Firmen- und Gewerbekunden aus. „Es sind eindeutig die Bau-Investitionen, die diese Entwicklung vorangetrieben haben“, sagt Westphal. Und Cybulski ergänzt: „Wir liegen mit diesem Ergebnis immer noch auf einem historisch hohen Niveau.“

Aus dem Verkauf hätten sie ermittelt, dass Gebrauchtimmobilien in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent zulegten. Preissprünge, die Westphal „noch okay“ findet. „Wir haben keine Preisblase, aber eine hitzige Preisentwicklung“, urteilt Cybulski. Die Treiber seien das Zinsniveau und die boomende Nachfrage aus Hamburg. Die Prognose für die nahe Zukunft lautet, dass sich die Steigerung deutlich abschwächt. „Wir halten an unseren Kreditstandards fest“, stellt Westphal klar.

Wieder Vertrauen in Wertpapiere

Auch die Summe der Einlagen ist im vergangenen Jahr gewachsen – von 408,7 auf 411,1 Millionen Euro. Dass die privaten Kunden ihr Vertrauen in Wertpapiere zurückgewonnen haben, erklären die Vorständler sich mit dem Strategiewechsel ihres Bankhauses. „Wir sind noch stärker auf die Kunden ausgerichtet“, sagt Cybulski. Durch individuelle und spezifischere Beratung konnten mehr Kunden für das Thema Wertpapiere interessiert werden. Dass die Stadt Wedel die größte Kaufkraft in Schleswig-Holstein aufweist, sei hilfreich. Die Kunden müssten aber auch das Richtige finden, das ihr Vermögen vor der Inflation schützt, gibt Cybulski zu Bedenken. In puncto Niedrigzinsphase sehen beide eine Entspannung kommen. Sie glauben, dass es bei der Europäischen Zentralbank mit dem Zinsniveau tendenziell in kleinen Schritten langsam nach oben geht.

Das Kundenspektrum in der Stadtsparkasse Wedel reiche von jung bis alt. Bei den Jugendkonten seien sie Marktführer. Das sein eine Bestätigung ihrer Digitalisierungsbemühungen, auf der sich die Bank allerdings nicht ausruhen will. Das Thema werde weiter vorangetrieben. 35 neue Funktionen wird die Internet-Filiale 2018 hinzubekommen. Zum Beispiel kann sich der Kunde bald online die Kreditkarte selbst bestellen. Mit dem Smartphone im Supermarkt ohne Unterschrift oder Pinnummer zu bezahlen, ist hingegen noch Zukunftsmusik. Aber auch das wird kommen, verspricht Cybulski.

Berater mit Tablet

„Die jungen Menschen haben ihre Geschäftsstelle im Telefon“, erläutert Westphal. Ältere Kunden setzten mehr auf persönlichen Kontakt. Deswegen gibt es bei der Stadtsparkasse jetzt den Berater, der mit dem Tablet nach Hause kommt, als neues Kontomodell. Und auch in puncto Ausbildung schreitet die Veränderung voran. In Dualen Studiengängen, die das Geldinstitut mit der Fachhochschule  Wedel realisiert, würden immer mehr Spezialisten ausgebildet. „Für diejenigen, die Lust auf Sparkasse haben, haben wir interessante Angebote“, sagt Cybulski.

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