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Von der Mündung bis zur Quelle : Stadtmuseum Wedel zeigt die Ausstellung „Spaziergang an der Wedeler Au“

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Stadtmuseum zeigt ab 24. Januar die Ausstellung „Spaziergang an der Wedeler Au“. 22 Radierungen von Alfred Akkermann.

shz.de von
erstellt am 20.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | „Es ist eine ganz leise Ausstellung“, sagt Sabine Weiss, Leiterin des Wedeler Stadtmuseums. 22 kleinformatige Radierungen hängen an den Wänden in der Küsterstraße. In Schwarz-Weiß gehalten, umkreisen die Abbildungen ein einziges Thema – die Wedeler Au. Der Hamburger Künstler Alfred Akkermann hat sich viele Jahre mit dem Bachlauf beschäftigt. Ein kleines und unscheinbares Gewässer, nicht einmal 13 Kilometer lang. Doch für Akkermann und Weiss ist es auch ein Symbol für das Verhältnis von Mensch und Natur. Die Radierungen sind ab Sonntag, 24. Januar, zu sehen.

„Meine ältesten Zeichnungen der Wedeler Au sind von 1981“, erinnert sich Akkermann. Damals lebte der Künstler noch im Hamburger Stadtteil Ottensen und fuhr gern mit dem Fahrrad die Elbe entlang. Dabei stieß er unweigerlich auch auf die in Iserbrook entspringende Au. „Damals war der ganze Bach aber noch der Abwasserkanal des Klärwerks.“ 1987 zog Akkermann nach Iserbrook und konnte die aufwändige Renaturierung des Gewässers mitverfolgen. Irgendwann zog er mit dem Zeichenblock los, vor 15 Jahren fasste er den Plan, eine Serie von Radierungen zu entwerfen. Das Ergebnis hängt jetzt im Stadtmuseum. Ein Spaziergang, von der Quelle bis zur Mündung.

Für Akkermann ist das Wandern im Flusstal eine Möglichkeit zum Rückzug von einer Welt voller „Kriege und Krisen“, wie er es im Katalog zur Ausstellung formuliert. Die unscheinbare Wedeler Au steht aber auch für die großen Zusammenhänge: „Das Wasser fließt von der Au in die Elbe, von dort in die Nordsee, dann in den Atlantik – mit diesem Bächlein sind wir mit der ganzen Welt verbunden.“ Barbara Engelschall vom Regionalpark Wedeler Au wird während der Vernissage näher auf die komplizierte Beziehung zwischen Mensch und Biotop eingehen, die sich auch in Akkermanns Werken widerspiegeln.

Radierungen (vom lateinischen radere, „wegnehmen“, „kratzen“, „entfernen“) sind eine Drucktechnik, genauer gesagt ein Tiefdruckverfahren. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der Kaltnadelradierung wird das Motiv direkt mit einer harten Nadel in eine weichere Druckplatte eingraviert. Je nach Beschaffenheit nehmen die ausgekratzten Flächen später mehr oder weniger Druckfarbe auf.Bei der Ätzradierung, die auch Akkermann benutzt, wird die Druckplatte mit einer weichen, säurefesten Schutzschicht überzogen. Das Motiv wird nun in diese Schutzschicht eingraviert, anschließend wird die Platte in ein Säurebad getaucht. Wo die Schutzschicht weggekratzt wurde, frisst sich die Säure in die Platte. In beiden Fällen erhält man am Ende eine Druckplatte, mit der je nach Material zwischen zirka 20 und mehreren Hundert Abzüge des Motivs gefertigt werden können.

Akkermann ist eigentlich Maler – die „Spaziergänge an der Wedeler Au“ sind erst seine zweite Ausstellung, die nur aus Radierungen besteht. Er arbeitet mit Zinkplatten und möchte mit seinem Schaffen insbesondere an die Tradition der britischen Naturradierer des 19. Jahrhunderts erinnern. Künstler wie Seymor Haden, James McNeil Whistler, David Muirhead Bone oder David Cameron bezogen sich auf die Landschaftsradierungen von Rembrandt und sorgten so für eine Renaissance dieser Kunstform. Typisch für diese Zeit ist das kleine Format. Akkermann: „Kunstfreunde sollten die Radierungen gut betrachten können, wenn sie die Werke mit ausgestreckten Armen hielten.“ Ganz klassisch dienen auch vor allem Zeichnungen als Vorlage.

Die Vernissage in der Küsterstraße 5 beginnt um 15 Uhr. Bis zum 20. März sind die Werke dann donnerstags bis sonnabends, 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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