Wedel : Stadtbücherei erhöht Gebühren

Neun Jahre ist die  letzte Gebührenanpassung her, erklärte Leiterin Andrea Koehn den Ausschussmitgliedern.
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Neun Jahre ist die letzte Gebührenanpassung her, erklärte Leiterin Andrea Koehn den Ausschussmitgliedern.

Keine leichte Entscheidung im Ausschuss: Teilweise werden die Preise verdoppelt. Der Kinderausweis bleibt jedoch kostenfrei.

shz.de von
27. September 2013, 16:00 Uhr

Die Benutzergebühren für Wedels Stadtbibliothek werden steigen. Mittwochabend hatten die Mitglieder des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport darüber zu entscheiden, sowie über weitere Kürzungen für Kulturvereine. Und obwohl sich die Kommunalpolitiker sichtlich schwer mit einer Anhebung taten, stimmten schließlich doch zehn Befürworter dafür (bei drei Gegenstimmen), dem Rat die Gebührenerhöhung zu empfehlen. Wenn auch erst nach einer „Hauruck-Rede“ des Bürgermeisters.

Bibliotheksleiterin Andrea Koehn schließt mit ihrem Vorschlag, den sie dem Ausschuss vorstellte, an den allgemeinen Trend in Bibliotheken an, die Gebührenstruktur für Ausweise zu vereinfachen – also nicht mehr zwischen Medienarten zu unterscheiden. Erwachsene werden zukünftig jährlich 28 Euro zahlen müssen – bisher galt 14 Euro für Bücher und CDs sowie 28 Euro für Ausleihberechtigung mit Video und DVD. Wenn Kinder bis 18 Jahren Bücher mit nach Hause nehmen wollen, bleibt dies – wie bisher – umsonst. Wenn es allerdings Filme und PC-Spiele sein sollen, verdoppelt sich ihre Benutzergebühr in Zukunft von sieben auf 14 Euro jährlich.

Dass auch die Gebühr für Ermäßigungsberechtigte auf 14 Euro, für die Ausleihe aller Medien, ansteigt – vorher mussten sie für Print keinen Cent und für audiovisuelle Medien sieben Euro entrichten, stieß besonders Detlef Murphy, Ausschussmitglied für die Linken, auf. „Eine Erhöhung von 100 Prozent und mehr“, rechnete er vor. Das sei nur eine kleine Gruppe, gab Koehn zu bedenken: „Die sind bisher auch nicht gekommen.“

Die letzte Gebührenerhöhung habe 2004 stattgefunden und die Anpassung sei angemessen gelungen, befand sie. Besonders wichtig dabei: „Schüler konnten wir nach wie vor ganz freihalten.“ Der Familienausweis I – das Komplettpaket sozusagen – steigt von 32 auf 40 Euro. Der Familienausweis II hingegen – nur Kindermedien ohne Film – sinkt sogar von 14 auf Null Euro. Es würden alle Besuchergruppen berücksichtigt resümierte Koehn.

Den Ausschussmitgliedern fehlten trotz der Ausführlichkeit der Vorlage ergänzende Zahlen. Als es im Raum stand, die Vorlage deswegen zurückzustellen, trat Bürgermeister Niels Schmidt auf den Plan. Er gab zu Bedenken, dass die Bücherei einem Ratsbeschluss nachkomme. Das Konsolidierungspaket eins habe Vorschläge für eine zehnprozentige Etateinsparung gefordert. „Alles, was wir umsetzen können, bitte umsetzen“, bat er. Gerade auch wegen der neuen Steuerausfälle: „Das ist nicht das Ende der Haushaltskonsolidierung. Wo ein Haken dran gemacht werden kann, sollte er unbedingt gesetzt werden.“

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