Seit Weihnachten geschlossen : Stadt Wedel empfiehlt einen Kapellen-Neubau auf dem Waldfriedhof

Aufgrund von Einsturzgefahr musste die Kapelle auf dem Waldfriedhof Ende 2017 geschlossen werden.
Aufgrund von Einsturzgefahr musste die Kapelle auf dem Waldfriedhof Ende 2017 geschlossen werden.

400.000 Euro für Wiedererrichtung der Nurdach-Konstruktion veranschlagt. Auch andere Nutzung sei denkbar.

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27. Februar 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Im Sommer vergangenen Jahres waren es noch Spekulationen, Mitte Dezember zeugten dann rote Schilder davon, dass die Befürchtungen wahr geworden waren: Aufgrund von Statikmängeln muss die Stadt die kleine Kapelle auf dem Waldfriedhof kurz vor Weihnachten schließen. Für immer?

Diese bange Frage schwebte über dem 1981 als Provisorium errichteten Bau, seit die CDU im Bauausschuss die Grundsatzfrage aufgeworfen hatte und geklärt wissen wollte, ob Wedel überhaupt zwei Friedhöfe und zwei Kapellen benötigt. Mit einer Vorlage für die nächste Sitzung des Gremiums am Donnerstag, 8. März, zeigt die Stadt, dass zumindest aus Verwaltungssicht die Zeichen auf Zukunft stehen am Gnäterkuhlenweg: Sie empfiehlt einen Neubau.

Dieser solle wie die alte Kapelle als Nurdach-Konstruktion mit 80 Sitzplätzen errichtet und an moderne Standards angepasst werden, schlägt die Verwaltung vor. Die Kosten beziffert sie mit rund 400 000 Euro. Eine Variante wäre ein leicht erweiterter Bau, in dem dann auch die Sanitäranlagen Platz fänden. Diese sind aktuell inklusive Aufenthaltsraum für Personal in einem vor drei Jahren installierten barrierefreien Container rechts vom Eingang gegenüber der Kapelle untergebracht. Kostenschätzung für die größere Variante, bei der die Container zurückgebaut werden könnten: rund 470 000 Euro.

40 bis 50 Trauerfeiern pro Jahr

Durch die Nurdach-Konstruktion mit verglaster rückseitiger Fassade, die den Blick auf Holzkreuz und Wald gewährt, entstehe ein sehr spiritueller und zur Meditation einladender Raum. Er verleihe dem Ort eine besondere Atmosphäre und könne nicht nur für Trauerfeiern, sondern auch für andere angemessene Nutzung zur Verfügung stehen, heißt es in der Verwaltungsbegründung.

Feuchtigkeit und das undichte Dach hätten zuletzt zu einer eingeschränkten Nutzung der Kapelle geführt. Durchschnittlich hätten in dem Bau auf dem Waldfriedhof 40 bis 50 Trauerfeiern pro Jahr stattgefunden, zählt die Verwaltung auf. 2016 wurden für den Waldfriedhof 142 Bestattungen verzeichnet. Auf dem Friedhof Egenbüttelweg waren es 178 Bestattungen.

Der Waldfriedhof spreche viele Angehörige mit seiner ruhigen, parkähnlichen Anlage an und werde deshalb auch von Naherholungssuchenden und Spaziergängern gern besucht. Diese Funktion sei bei der Bewertung des Standorts mit zu berücksichtigen, so die Stadt. Zudem seien neue Formen wie Baumbestattungen oder anonyme Bestattungen auf dem Waldfriedhof stimmungsvoll zu realisieren.

Die Stadt zeigt auch die Alternativen zu einem Neubau auf: Würde man die Kapelle, die nur noch abgebrochen werden könne, verfallen lassen, müsste zunächst ein geringer Betrag für die Sicherung des Areals und später rund 30 000 Euro für die Entsorgung der Überreste gezahlt werden. Für einen geplanten sofortigen Abriss kalkuliert die Stadt rund 25 000 Euro.

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