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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Mai 2017 | 12:00 Uhr

Spurensuche in Haselaus Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Internationaler Museumstag Sonderschau

Die Mitglieder des Vereins Historische Sammlung Haselau werden sich am Internationalen Museumstag, der am Sonntag, 21. Mai, stattfindet, mit einer Sonderschau beteiligen. Dafür laufen hinter den Kulissen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Das Motto lautet in diesem Jahr „Spurensuchen. Mut zur Verantwortung!“ Die Schau basiert auf der Ausstellung „Bomben auf Haselau“ über den Luftangriff am 3. März 1943 sowie neuen Dokumenten, die im Zuge der Auflösung des Amts Haseldorf wiedergefunden worden sind.

Die Federführung hat Rolf Herrmann übernommen. Der Haselauer ist nicht nur Bürgermeister seiner Gemeinde, sondern auch begeisterter Heimatforscher. Besucher der Sonderausstellung befinden sich mitten im Zentrum des Geschehens vom März 1943, denn in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Museumsgebäuden wurden fünf Häuser komplett zerstört, ein Nachbarhaus wurde dank einer Brandmauer gerettet, und nur der Stalltrakt brannte nieder. Wie das zerbombte Gebiet sein jetziges Gesicht bekam, können Besucher sehen. „Wir haben im Zuge der Auflösung des Amts die Wiederaufbaugenehmigungen gefunden“, erläutert Herrmann.

Zeitdokumente sind auch Aufsätze von Haselauer Schülern. Lehrer Jasper ließ seine Schützlinge im März 1948 Aufsätze schreiben, in denen sie ihre persönlichen Erlebnisse bei dieser Bombennacht schildern sollten. Die Flüchtlingskinder unter ihnen sollten ihre Flucht beschreiben. „Das ist etwas ganz besonderes, denn über die Bombardierung der Städte gab es lange Zeit keine Veröffentlichungen“, sagt Herrmann. Die Aufsätze seien teilweise sehr ergreifend, aber auch sehr witzig.

Auch im Fotoalbum von dem verstorbenen Fahrradhändler und Klempner Hermann Kremer dürfen Besucher blättern. Darin sind Bilder aus den Jahren 1942 bis etwa 1948 enthalten. „Er war eine bei uns bekannte Persönlichkeit“, erinnert sich der Museumsmann. Und auch eine Collage mit selbstgestalteten Postkarten ist zu sehen, die Valentin Hoffmann aus russischer Gefangenschaft an seine Familie schickte. Er war der Vater von Tamara Günther, der Frau von Vereinschef Dieter Günther. >

www.historische-sammlung.de

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