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Rosa Hipp im Reepschlägerhaus : Spiel mit der Macht der Farben

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fasziniert vom venezianischen Rot: Das Reepschlägerhaus zeigt 25 Werke der Uetersener Künstlerin Rosa Hipp.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | Sie ist in Wedel keine Unbekannte: Die Uetersener Künstlerin Rosa Hipp hat mehrmals in der damaligen Galerie 77 in der Elbstraße und auch schon im Rathaus ausgestellt. Nun ist sie mit ihrer neusten Werkschau zu Gast im Reepschlägerhaus und präsentierte auf Einladung des Förderkreises mit einer Vernissage dort ihre aktuelle Ausstellung.

Insgesamt 25 Bilder stellt die auf vielen künstlerischen Gebieten tätige Hipp aus. Ihre Bilder zeigen überwiegend abstrahierte Szenerien, die sie auf Reisen und bei Spaziergängen inspiriert haben und die sie als Collagen festgehalten hat. Eines ihrer derzeitigen Lieblings-Sujets sind Häuser.

„Ich liebe Häuser. Jedes ist anders und strahlt dies auch aus“, so Hipp bei der Ausstellungseröffnung zu ihrer Idee für die Bilder. Besonders stolz ist Hipp auf ihr jüngstes Werk „Zwei“. Wie bei einem Memory-Spiel sind 80 Fragmente von abstrahierten Häusern zu erkennen, von denen jeweils zwei gleich sind. Da ist das suchende Auge des Betrachters gefragt.

Das Experimentieren hat Hipp von ihrer früheren Landschaftsmalerei zur Collage gebracht. Die Gestaltungsgrundlage besteht heute aus miteinander verklebten Papieren, die sie zum Teil auf textilem Untergrund selbst geschöpft hat. Auf diesem Basisboden malt sie mit Acryl, Tinte oder auch Buntstiften Strukturen oder verbindet fragmenthafte Schriftzeichen mit abstrahierenden Kreidezeichnungen.

Offensichtlich spielt die Farbe Rot eine große Rolle für Hipps gegenwärtiges Schaffen. In seiner Einleitungsrede ging Kunstprofessor Erhard Göttlicher darauf ein und hob hervor, wie schwierig es war (und ist), das leuchtende venezianische Rot hinzubekommen, das ein wiederkehrendes Element in Hipps Bildern ist.

Anschaulich und lehrreich dozierte Göttlicher über Tizian und die Anstrengungen der Maler in der Renaissance, möglichst natürlich wirkende blasse Hauttöne bei der Darstellung von Menschen auf die Leinwand zu bekommen. Nur reinstes Purpur sei in der Lage, in der Farbanmischung diesen Effekt naturgetreu zu erzeugen.

Auch Hipp arbeitet mit diesem Wissen um die Macht der Farben. Ihre Bilder strahlen darum eine Intensität aus, die den Betrachter regelrecht packen kann. Die Besucher der Vernissage waren augenscheinlich hoch zufrieden und machten die Veranstaltung zu einem harmonischen und anregenden Treffen, bei dem viel lobende Worte über die ausgestellten Werke fielen.

„Die Bilder wirken richtig schön hier in diesem Raum“, kommentierte eine Besucherin die Atmosphäre an dem Abend. In der Luft lag schwebend der Duft von Weißdorn und weiße Blütenblätter dekorierten beschwingt den Steinfußboden der Diele des Hauses. Dem liebevoll angerichteten Büfett in der blauen Stube wurde nach der Eröffnung ordentlich zugesprochen.

Selbst ein erster Verkauf fand am Vernissage-Abend statt. So verriet die Wedeler Käuferin, die sich auf Künstlerinnen aus der näheren Umgebung spezialisiert hat: „Ich habe das Bild Venezianisches Rot gesehen und wusste sofort: Das ist es.“ Jetzt freut sie sich auf das Ende der Ausstellung in sechs Wochen. So lang will sie noch warten, bis das Bild dann einen besonderen Platz in ihrer Wohnung bekommt.

Die Ausstellung läuft noch bis Mitte Juni und ist auch während der Kulturnacht am Sonnabend, 17. Mai, geöffnet. An diesem Abend wird jeweils zur vollen und zur halben Stunde Gitarrenmusik von Ivo Jaklic zur Unterhaltung der Besucher erklingen.

Die Ausstellung ist bis zum 15. Juni  täglich außer montags während der Öffnungszeiten – Dienstag bis Freitag von 16 bis 22 Uhr, Sonnabend und Sonntag von 15 bis 22 Uhr – in der Teestube des Reepschlägerhauses, Schauenburgerstraße 4, in Wedel zu sehen.
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