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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:34 Uhr

SPD will Hetlingen zurückerobern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Anke Gröne wird neue Vize-Chefin der Sozialdemokraten Holm/Hetlingen – und greift Freie Wahlgemeinschaft scharf an

Während in Hetlingen die erste gemeindliche Ausschusssitzung nach dem Rücktritt von Bürgermeisterin Barbara Ostmeier (CDU, wir berichteten) in bemühter Harmonie ablief, hat es von Holm her zur gleichen Zeit harsche Kritik an der Freien Wahlgemeinschaft Hetlingen (FW) gehagelt. Die Hetlingerin Anke Gröne, die zu den FW-Gründungsmitgliedern gehört, kandidierte am Mittwochabend im Nachbardorf für das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Holm, dem seit ein paar Monaten auch die wenigen Hetlinger Genossen zugeschlagen sind. Gröne wurde mit 13 Ja-Stimmen bei vier Nein-Voten gewählt.

Seit einiger Zeit hätte sie sich bei den freien Wählern „nicht mehr wohl gefühlt“, so Gröne bei ihrer Vorstellung. In der letzten Zeit hätte die FW sie mehr an einen „Häkelbüdelclub“ mit zu viel übler Nachrede erinnert, wetterte Gröne. Besonders die Angriffe auf Bürgermeisterin Ostmeier (CDU), gipfelnd in der Unterstellung, sie wolle einen Elb-Autotunnel bei Hetlingen bauen, seien einfach unfair gewesen. „Das war ein Angriff auf ihren IQ, so was macht man nicht“, meint Gröne.


Stammtisch ist in Planung


Wie berichtet hatte Ostmeier, die auch CDU-Landtagsabgeordnete ist, vor einer Woche nach neun Jahren das Bürgermeisteramt überraschend hingeschmissen. Ihre Begründung: „das zunehmend angespannte Verhältnis zur Hetlinger FW-Spitze“. Hintergrund: Am 23. April war in der Regionalausgabe einer Hamburger Tageszeitung ein Bericht erschienen war, in dem Ostmeier den Bau des Hetlinger Elbtunnels forderte. Dies schlug hohe Wellen, und Ostmeier dementierte umgehend, dass sie das je gefordert habe. Die FW hatte den Zeitungs-Beitrag auf ihre Facebook-Seite gesetzt – zeitnah auch das Dementi Ostmeiers. Für die Berufspolitikerin war das offenbar nicht genug – auch nicht für Gröne. Auch sie selber hätte sich politisch mit der CDU-Bürgermeisterin so manches Mal gerieben – „von Angesicht zu Angesicht.“ Aber man hätte „immer wieder und zu jeder erdenklichen Zeit“ mit Ostmeier sprechen können.

Gröne – die bei der Kommunalwahl im Mai 2013 noch FW-Listenkandidatin war –, möchte in ihrem Heimatdorf Hetlingen die SPD wieder etablieren. „Wir müssen von unten neu anfangen und wollen versuchen, den Ortsverein wieder aufzubauen“, so die 61-jährige Friseurmeisterin mit Herren-Salon in Wedel.

Holms SPD-Chef Dietmar Voswinkel hat zugesagt, seine Wunschkandidatin mit seiner jahrelangen Erfahrung unterstützen zu wollen. Gröne möchte mit ihrem fundierten Wissen über die Gemeinde eventuell einen Bürger-Stammtisch in Hetlingen einrichten. Gern würde sie auch die Situation des mangelnden Nachwuchs in den eigenen Reihen verändern.

Gröne tritt die Nachfolge von Hartmut Kieselbach an. Der Holmer war nach der Kommunalwahl im Mai 2013 vom Amt zurückgetreten und sitzt seitdem als Fraktionsloser im Holmer Gemeinderat. Zur Hauptversammlung war er nicht gekommen.





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