Holm : SPD vertagt Vize-Chef-Wahl

Hartmut Kieselbach (links) war bisher der zweite Mann hinter Dietmar Voswinkel.
Hartmut Kieselbach (links) war bisher der zweite Mann hinter Dietmar Voswinkel.

Nach dem Rücktritt von Hartmut Kieselbach sollte unter Ausschluss der Öffentlichkeit gewählt werden.

shz.de von
08. November 2013, 16:00 Uhr

Nachfolger gesucht – so lautete die Überschrift. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wollten etwa 20 Sozialdemokraten im Beisein des Kreisvorsitzenden Thomas Hölck am Mittwochabend während einer Mitgliederversammlung im Haus der Gemeinde an der Schulstraße in Holm einen Nachfolger für Hartmut Kieselbach wählen. Der Ortsvereinsvize hatte, wie berichtet, nach der Kommunalwahl für ein innerparteiliches Beben gesorgt. Kieselbach hatte zwar das SPD-Listenmandat angenommen, aber der Fraktion eine Abfuhr erteilt. Ergebnis: Er gehört dem Gemeinderat als fraktionsloses Mitglied an – aber ist dennoch weiterhin in der Partei. Dieses Ausscheren hatte zur Folge, dass Fraktionschef Dietmar Voswinkel nur zweiter stellvertretender Bürgermeister wurde, statt die Nummer eins hinter Walter Rißler (CDU) zu sein.

Auch von seinen Parteiämtern trat Kieselbach zurück. Bisher blieb das von Polit-Kennern als parteischädigendes Verhalten eingestufte Vorgehen Kieselbachs ohne Folgen. Voswinkel, der auch Parteivorsitzender ist, wollte die Ausschlussmöglichkeiten prüfen lassen – so seine Aussage im Juni.

Die Mitglieder beschlossen, die Wahl eines neuen Vizechefs auf Frühjahr 2014 zu verlegen, so Voswinkel auf Nachfrage am Tageblatt-Telefon. Dann sollen während der regulär anstehenden Jahreshauptversammlung die Karten neu gemischt werden.

Ist der Rauswurf Kieselbachs nun vom Tisch? „Zum jetzigen Zeitpunkt passiert nichts“, sagte Voswinkel. Und schob nach, dass der Vorstand diskutieren werde. Seit der Kommunalwahl sei das kein Thema mehr gewesen.


Ziel ist Etablierung der Hetlinger SPD


Der Holmer Ortsverein hat inzwischen unerwartet Zuwachs bekommen. Denn nach der Auflösung der Hetlinger SPD im Juni gehören die 16 Mitglieder nun zu Holm, der Ortsverein nennt sich jetzt Holm/Hetlingen. Für Voswinkel soll das allerdings nicht auf Dauer so sein. „Wir haben uns vorgenommen, die SPD Hetlingen wieder flott zu machen“, sagt er und betrachtet die Übernahme der Mitglieder als Starthilfe.

Denn viele Jahre lang war Hetlingen fest in sozialdemokratischer Hand – bis 1990 Klaus Groth für die CDU das Bürgermeisteramt errang und damit die schwarze Ära einläutete, die bis heute anhält. Voswinkel hofft, dass die SPD sich bald wieder als dritte politische Kraft etablieren kann. Derzeit sitzen nur CDU (sieben Sitze) und Freie Wahlgemeinschaft (sechs Sitze) im Rat. „Es wäre schön, wenn sich ein Hetlinger als mein Stellvertreter finden würde. Wir Holmer Genossen arbeiten daran, dass das geschieht“, sagte Voswinkel.

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