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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 04:09 Uhr

Moorrege : SPD-Urgestein Uwe Mahnke tritt ab

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Chef der Moorreger Gemeinderatsfraktion legt zum 1. Oktober aus gesundheitlichen Gründen sein Mandat nieder.

Moorrege | Uwe Mahnke führte die Moorreger Finanzausschusssitzung am Mittwochabend im Amtshaus gewohnt straff und kritisch. Unter dem letzten Punkt Verschiedenes ließ der Ausschussvorsitzende und Chef der SPD-Gemeinderatsfraktion dann eine kommunalpolitische Bombe platzen: Nach 36 Jahren gibt der 67-jährige Oppositionspolitiker zum 1. Oktober seine politischen Ehrenämter auf. „Ich habe fertig!“, zitierte Mahnke Fußballtrainerlegende Giovanni Trapattoni. Er habe gehofft, nach der Genesung von einer schweren Erkrankung wieder in gewohnter Weise weitermachen zu können. Das sei ein Trugschluss gewesen.

Wie zerrüttet das Verhältnis zwischen CDU-Mehrheitsfraktion (neun Sitze) und dem ewigen Mahner Mahnke ist, zeigte die Reaktion: Totenstille. Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg sagte kein Wort. Er liegt seit Jahren im Dauerclinch mit Mahnke und leidet besonders darunter, dass Mahnke nach der Kommunalwahl 2013 sein Erster Stellvertreter ist. Die Konservativen hatten damals zwei Sitze eingebüßt und je einen an SPD (nun fünf Sitze) sowie an die Grünen (drei Sitze) abtreten müssen.

Nach dem Verlesen einer persönlichen Erklärung, in der Mahnke die CDU-Mehrheitsfraktion und insbesondere ihre Haltung beim Dauerbrennerthema Neubaugebiet Schafweide kritisierte, meldete sich schließlich CDU-Gemeindevertreter und Parteichef Jan Schmidt räuspernd zu Wort. „Das kommt jetzt ziemlich überraschend“, sagte er. Trotz aller Konfrontationen zollte er Mahnke höchsten Respekt.

Auch Grünen-Sprecher Helmuth Kruse war sichtlich überrascht. Er nutzte die Gelegenheit zu einem Appell: „Wir sollten den Ton, der hier herrscht, überdenken.“ Er räumte ein, auch manchmal zu harsch zu sein.

Keine Lust auf Schmusekurs mit dem scheidenden Sozialdemokraten hatte hingegen CDU-Fraktionschef GeorgPlettenberg. „Ich möchte dazu nix sagen“, verkündete er im Polterton, um dann nachzulegen: „Die versuchte Generalabrechnung ist unangebracht, die Missstimmung hier kommt nicht von Seiten der CDU.“ Den Vorwurf der Generalabrechnung ließ Mahnke nicht auf sich sitzen. „Dann wäre sie um einiges länger gewesen“, betonte er.

Mahnke gehört dem Rat seit 1978 an, ist seit 1990 Vorsitzender des Finanzausschusses und seit 1994 Chef der SPD-Fraktion. Von 2008 bis 2013 war er Zweiter stellvertretender Bürgermeister, verdrängte dann Plettenberg und verwies ihn auf den zweiten Platz. „Es ist mir von meiner Einstellung her nicht möglich, meine Aufgaben mit gebremstem Schaum wahrzunehmen“, sagte Mahnke zum Abschied.

Wer für Mahnke in den Gemeinderat nachrückt, steht noch nicht fest. Der nächste auf der SPD-Liste ist Dirk Behnisch.

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erstellt am 19.Sep.2014 | 13:00 Uhr

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