Weitere Auftritte geplant : „Sommerfrische“ in Wedel: Krimis machen sogar schadenfroh

Etwa 40 Krimi-Fans genossen die Sommerfrische im Garten des Stadtmuseums.
Etwa 40 Krimi-Fans genossen die Sommerfrische im Garten des Stadtmuseums.

Das Theater Wedel lud zur ersten „Sommerfrische“ mit Lesungen in den Garten des Heimatmuseums ein.

shz.de von
16. Juli 2018, 16:00 Uhr

Wedel | Sechs Monate lang hockten die Mimen des Theater Wedel immer wieder zusammen und lasen sich Geschichten vor. Dazu wurde gefachsimpelt, gelobt, auch mal getadelt und dann stand ihr Programm: sieben kurze Krimis, manche zum Gruseln, andere anrührend und einige, deren Pointen eher nachdenklich stimmten. Ausbeute für die „Sommerfrische“. Damit zogen sie ins Grüne, in den lauschigen Garten hinter dem Stadtmuseum.

Gut gelaunt warteten die Mimen des Theaters Wedel auf ihre Auftritte.
Karl-Heinz Stolzenberg
Gut gelaunt warteten die Mimen des Theaters Wedel auf ihre Auftritte.
 

Der Premierenabend war etwas kühl. Gleichwohl kamen mehr als 40 Krimifans zusammen und lauschten den Vorlesern, die alle mit viel Applaus belohnt wurden. Vier weitere Lesungen sollen folgen, und zwar am 21., 27. und 28. Juli, jeweils um 20 Uhr, sowie am Sonntag, 22. Juli, um 17 Uhr.

Krimis unter freiem Himmel

Günter Hagemann, Gerta Hellriegel, Doris Jankowski, Stefanie Klever, Tim Landsberger, Barbara Michaeli, Lisa Oppel, Fritz Peleikis, Angelika Reimer, Timo Sauer, Gerhard Seel und Eva Stahl lesen die Storys. Hinter der Bühne haben Jens Lumpe, Renate Steinbach und Lisa Oppel ihren Platz. Steinbach war es auch, die dem Theater zum Tatort für seine Krimis verhalf. Sie ist nämlich nicht nur im Förderverein des Theaters aktiv sondern zugleich Vorsitzende im Wedeler Ortsverband des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds, dem Träger des Stadtmuseums. So kamen die Mimen zu ihrer grünen Sommerfrische. Mit ihren Krimis unter freiem Himmel setzt das Theater Wedel eine Erfolgsgeschichte fort, die 2017 auf dem Parkplatz am Rosengarten, gleich neben dem Theater, begann. Bonmots von Ephraim Kishon, Joachim Ringelnatz, Eugen Roth und anderen literarischen Größen lieferten dort die Geistesblitze fürs Programm. Auch da war schon einiges Makabre dabei.

Eva Stahl liest „Eine giftige Geschichte'.
Karl-Heinz Stolzenberg
Eva Stahl liest „Eine giftige Geschichte".
 

Jetzt also Mord auf Mord wie Schlag auf Schlag, wie Hieb und Stich oder auch wie heimtückisches Gift. Das Angenehme an den Sommer-Krimis des Theaters ist, dass nicht alle bluttriefend ernst daherkommen. Manche haben Pointen zum schadenfrohen ins Fäustchen lachen. Da aalt sich etwa eine Ehefrau schon in Witwen-Wonne, dann steht die Polizei vor der Tür mit dem Gemahl, den sie im letzten Moment vor dem Ertrinken bewahrt hat. Und die Ärmste muss auch noch Erleichterung heucheln.

Allen Vorlesern ist anzumerken, wie viel Spaß sie mit dem Ruchlosen haben. Dass der sich von Anfang an auf alle Zuhörer überträgt, ist keine Überraschung angesichts der Professionalität der Wedeler Mimen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen