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Erinnerung an KZ-Opfer : Solidarität mit den Opfern zeigen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

An der neuen Gedenkstätte und am Mahnmahl wurde an die 13 Puttener erinnert, die im Wedeler KZ umkamen.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Wedel | Handeln und Gedenken: Unter diesem Motto steht die Erinnerungsarbeit, die den Arbeitskreis gegen Rechtsradikalismus und Ausländerfeindlichkeit alljährlich veranlasst, am 2. Oktober vor dem Mahnmal an der Rissener Straße der Toten der Wedeler Außenstelle des KZ Neuengamme zu gedenken. Zum ersten Mal fanden die Feierlichkeiten in diesem Jahr zunächst an der neu geschaffenen Gedenkstätte am Puttener Weg zwischen Kronskamp und Lidl statt.

Ein Bläserquartett der Immanuelkirchengemeinde eröffnete mit Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten treu und still umgeben“ einfühlsam die Gedenkfeier, auf der nach der Begrüßung durch Initiatorin Irmgard Jasker zunächst Stadtpräsident Ulrich Kloevekorn (CDU) das Wort ergriff und seiner Erschütterung über den Einzug der rechtspopulistischen Partei AfD in den Bundestag Ausdruck verlieh. „Das Grundgesetz darf nicht in Frage gestellt werden“, so seine Forderung, die er mit der Ermahnung „Wir vergessen nicht“ hoffnungsvoll unterstrich.

In ihrer Gedenkrede erinnerte Marianne Wilke im Namen der Verfolgtenvereinigung des Naziregimes (VVN-BdA) noch einmal der 13 Männer aus dem niederländischen Ort Putten, die 1944 nach Deutschland verschleppt wurden und in Wedel den Tod fanden. Insgesamt wurden damals 589 Männer als Vergeltungsmaßnahme der Nazis aus Putten nach Neuengamme deportiert, von denen lediglich 49 überlebten.

Auch Wilke beklagte den Einzug der AfD in den Bundestag und brachte ihre Sorge um die demokratische Zukunft des Landes zum Ausdruck. „Eine Lehre aus der Geschichte ist es, uns nicht darauf vertrösten zu lassen, die Rechtspopulisten würden sich bald von selbst zerlegen“, so Wilke nachdenklich. „Den 94 Bundestagsabgeordneten folgt ein Tross von mehr als 400 hauptamtlichen vom Staat finanzierten Demagogen, die nur darauf warten, die begonnene geistige Brandstiftung fortzusetzen.“ Sie werde sich Solidarität mit den Opfern und Erinnerungskultur nicht nehmen zu lassen.

Im Anschluss wechselten die Anwesenden zum KZ-Gedenkstein an der Rissener Straße, wo Pastorin Corinna Haas in ihrer Gedenkandacht ebenfalls über das Erinnern und das Wirken von Schmerz sprach. Sie ermahnte zur Wachsamkeit und schloss mit den Worten des Apostel Paulus „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse.“ Zur Abschlussmusik des Bläserquartetts wurden zahlreiche Blumen und Gebinde am Obelisken niedergelegt.

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