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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. August 2017 | 20:32 Uhr

Softporno und Wechseljahre

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kultur Schauspielerin Mechthild Großmann kommt im Februar nach Wedel und liest aus Alan Bennets „Ein Kräcker unterm Kanapee“

Die Schauspielerin Mechthild Großmann, vielen bekannt als Staatsanwältin im Münster-Tatort, kommt am Mittwoch, 8. Februar, ins Theater Wedel. Sie liest aus dem Buch „Ein Kräcker unterm Kanapee“ von Alan Bennet. Veranstalter ist das Kulturforum Wedel.

Großmann spielt seit 2002 die Rolle der resoluten und Kette rauchenden Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münster-Tatort. Ihre Stimme ist unverkennbar. Wenn die Worte „Guten Abend, Thiel“ fallen, weiß jeder, wer sie ist. In einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte sie einmal: „Die Stimme war schon tief, als ich noch ein Kind war, und sie ist ebenso tief geblieben. Das liegt daran, dass ich fast keine Stirn- und Kiefernhöhlen habe. Das ist ein Fehler der Natur und kein Verdienst. Entscheidender als die Höhe oder Tiefe einer Stimme ist, wie man sie einsetzt. Die Stimme ist unser natürliches Instrument.“ Die Rolle der Wilhelmine Klemm hat sie deutschlandweit berühmt gemacht.

Geboren wurde Großmann in Münster. In Hamburg ließ sie sich zur Schauspielerin ausbilden. Später wurde sie Wahl-Hamburgerin. Seither stand und steht sie auf vielen großen deutschen Bühnen und auch vor der Kamera, etwa für „Berlin, Alexanderplatz“ und „Nirgendwo in Afrika“. Zurzeit spielt Großmann im Schauspielhaus Bochum die Titelrolle in Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“. Außerdem ist sie eine der beliebtesten deutschen Hörbuchsprecherinnen. Seit fast 40 Jahren ist sie Mitglied des Tanztheaters Pina Bausch, mit dem sie die ganze Welt bereist und dabei das Publikum mit vorgetragenen Texten auf Russisch, Japanisch oder Englisch fasziniert.

Der britische Schriftsteller Alan Bennet ist ein Meister der bitterbösen Satire. Sein Buch „Ein Kräcker unterm Kanapee“ versammelt scharfzüngige Monologe über skurrile, manchmal auch tragische Frauen. Muttersöhnchen und Stubenhocker in den Wechseljahren, frustrierte Ehefrauen und Softpornodarstellerinnen, übereifrige Briefeschreiberinnen und trauernde Witwen: Bennett schöpft aus dem Vollen. Sechs Menschen, sechs britisch-bizarre Schicksale. Meisterhaft beherrscht Bennett die Klaviatur von Tragik bis Komik, denn diese erst macht die Schicksalsschläge des Lebens – und auch diejenigen unter die Gürtellinie – erträglich. Die Übersetzung ins Deutsche kommt von Ingo Herzke. Bennett, 1934 in Leeds geboren, wurde bekannt durch seine TV Comedy-Revue „Beyond the Fringe“ sowie durch die 1987 unter dem Titel „Talking Heads“ von der BBC gesendeten Monologe. Neben zahlreichen Theaterstücken, unter anderem eine Theaterfassung des englischen Kinderbuchklassikers „Der Wind in den Weiden“, und seinen Arbeiten für Fernsehen und Rundfunk schreibt Bennett seit Mitte der Neunzigerjahre auch Prosa.

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erstellt am 21.Dez.2016 | 16:00 Uhr

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