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„Mandelzweig – Projekthilfe“ : So hilft ein Wedeler Verein in Indien

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Daniel Kiwitt reiste von Juli bis September für zwei Monate durch den Nordosten Indiens, um kleine Projekte dort zu unterstützen. Sein Verein „Mandelzweig – Projekthilfe“ sucht noch Unterstützer.

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Der Herd ist eine einfache Feuerstelle, es gibt keine Sanitäranlagen, keine Betten, die Wände sind aus Stroh und Lehm – das Zuhause der Familien ist kein Haus, es ist eine kleine Hütte in Assam, Indien. Daniel Kiwitt reiste von Juli bis September zwei Monate durch den Nordosten des Landes. Er sah viele solcher Hütten, ist betroffen von den Lebensbedingungen der Menschen. Der Anblick, der sich ihm dort bot, er wirkt bis heute nach. „Es ist grausam, hat mich betroffen gemacht“, sagt der 34-Jährige. Gleichzeitig bestätigt die Reise für ihn die kürzliche Gründung seines Vereins: „Mandelzweig - Projekthilfe“. Den gründete er gemeinsam mit sieben Freunden und ehemaligen Kommilitonen im Februar dieses Jahres. Seit Mai ist er offiziell eingetragen. „Gemeinsam Entwicklung fördern“ lautet das Motto.

Das Prinzip des Vereins: Es werden mehrere kleine Projekte in Indien ausgewählt, die Kiwitt während seiner Reise besuchte. In Deutschland werden dann Projektpartner gesucht. Hauptsächlich im Nord-Osten des Landes sind die Schul- und Coaching-Projekte. Eines ist auf einer Teeplantage in dem – für Tee bekannten – Bundesstaat Assam. In dem Dorf Uttar Nowgaon am Rande des Bundesstaates leben 276 Einwohner. Dort soll auf einer Fläche der örtlichen Kirchengemeinde ein soziales Projekt entstehen: eine Tee-Plantage, dessen Erlöse der gesamten Dorfgemeinschaft zugute kommen. So sollen die erwirtschafteten Gelder für die Gesundheitsversorgung der Dorfbewohner und weitere soziale Belange eingesetzt werden. Generell gehörten die Tee-Plantagen Tee-Companys. „Die Menschen arbeiten dort für knapp einen Euro am Tag und haben kein eigenes Land.“ Die Arbeiter wohnen mit ihren Familien auf dem Gelände der Companys, sind abhängig von ihrem Arbeitgeber.

„Projektpartner können Schulen, Vereine, Firmen aber auch Räte sein“, sagt Kiwitt. Dadurch solle entwicklungspolitische Arbeit und Engagement lebendig und spürbar werden – für alle Beteiligten. „Ein zentraler Beitrag für eine gerechtere und faire Welt“, findet er. Vor allem aber soll Hilfe zur Selbsthilfe geleistet werden.

Der 34-Jährige Meckelburger hat Theologie studiert, war fünf Jahre Mitglied in einem Kirchenvorstand. Vor drei Jahren begab er sich von der Universität aus auf eine Reise nach Indien. „Da hatte ich die erste Idee für den Verein“, sagt er. Er wollte helfen. Ohnehin engagiert er sich seit rund zehn Jahren beim Kinderhilfswerk „Terres des Hommes“.

Der Sitz des neuen Vereins ist in Wedel, mittlerweile seien es elf Mitglieder. „Für eines der Projekte haben wir bereits eine Gruppe an Schülern gefunden“, sagt Kiwitt stolz. Die Schüler machen dann auf die Projekte aufmerksam, verkaufen Kuchen um Spenden zu sammeln.

„Wir setzen uns für ein auf gleicher Augenhöhe funktionierendes Zusammenleben unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen ein.“ Denn das Kastensystems sei zwar offiziell abgeschafft – herrsche aber noch in Indien. Die Projekte werden auf der Internetpräsenz des Vereins erläutert. Interessierte können sich bei Kiwitt melden.

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