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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:13 Uhr

Skaten, Klettern und Chillen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

JugendvollversammlungZwölf Holmer Mädchen und Jungen sammeln neue Ideen für den Mehrgenerationenplatz

Mehr als 200 Einladungen hatte Sven Kahns verschickt. Empfänger waren alle Holmer Kinder und Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Zwölf von ihnen folgten dem Ruf des Jugendpflegers und versammelten sich im Sitzungssaal der Gemeinde zur Jugendvollversammlung. Wichtigster Punkt der Tagesordnung: die Gestaltung des angestrebten Mehrgenerationenplatzes im Bereich der Sportplätze zwischen Tennisanlage und Bogenwiese.

Felix Fröhlich war als erster da. Eine Skateranlage für Anfänger ersehnte sich der 13-Jährige. Dazu eine Chill-Ecke für Teenager. Minuten später kam der zwölfjährige Selim. Sein Wunsch: eine sehr hohe und schwierige Kletterwand.

Einige Mädchen favorisierten eher eine nicht so hohe und dafür umso breitere Kletteranlage mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Anderen ging es um einen Basketballplatz, möglichst als „Käfig“, so dass die Bälle nicht weit wegfliegen können. Die neunjährige Jule nutzte die Jugendversammlung, um für einen offenen Zugang zur Trampolinanlage des TSV zu plädieren.

Die dem Platz benachbarten Anlagen des Sportvereins gerieten noch ein paarmal in den Fokus der jungen Leute. Der Platzwart verjage sie immer, wenn sie dort ein bisschen bolzen wollen, beklagten einige Jungen und meinten, wenigstens einer der Plätze sollte der Allgemeinheit uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Ein Junge hatte auch einen triftigen Grund dafür parat: Als er mal am Jugendhaus gespielt habe, sei der Ball gegen eine Autoscheibe geflogen, erzählte er. Der Scheibe sei zwar nichts passiert, aber auf dem TSV-Gelände könne sowas gar nicht erst vorkommen.


Kostenvoranschlag: 200  000 Euro


Gudrun Jabs vom Amt Moorrege musste ihren Stift ganz schön hastig über das Papier flitzen lassen, um all die vielen Ideen der Kinder und Jugendlichen ins Protokoll zu bringen. „Was hast du eigentlich schon aufgeschrieben?“, wollte ein Mädchen wissen und die geduldige Frau vom Amt las es vor. Insgesamt zehn Erwachsene, darunter etliche Gemeindevertreter, hörten den Mädchen und Jungen aufmerksam zu. Bürgermeister Walter Rißler hatte zudem ein Model des geplanten Platzes vor sich aufgestellt. Rißler wiederholte seine in der Gemeindevertretung bereits vorgetragenen Argumente, den Platz entgegen der ursprünglichen Ideen nicht nur für junge Leute, sondern für alle Generationen nutzbar zu machen: Andernfalls werde es keine Zuschüsse der Aktivregion Pinneberger Marsch und Geest geben, gab er zu bedenken. Immerhin seien die Kosten mit etwa 200  000 Euro veranschlagt. Die Hälfte davon könne nun aus deren Kasse kommen.

Das aufgestellte Modell sei bereits zwei Jahre alt, führte Rißler aus. Jetzt sei es an der Zeit, das Projekt zu konkretisieren. Dazu empfahl der Bürgermeister die Bildung eines vorbereitenden Arbeitsausschusses. Ein Mädchen, ein Junge, zwei Gemeindevertreter und ein Sprecher für die Senioren wurden für den Job ausgeguckt. Außerdem gab Rißler den Kindern einen guten Tipp mit auf den Heimweg: „Ihr habt doch alle Handys“, begann er, „also macht Fotos, wenn ihr irgendwo etwas seht, was ihr auch in Holm haben wollt. Das können wir dann auf der nächsten Vollversammlung besprechen.“

 

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