zur Navigation springen

Traditionsunternehmen aus Wedel : Simon Nagel kämpft gegen die Insolvenz

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Firma soll aus eigener Kraft fortgeführt werden. Auslastung durch unerwartet gute Auftragslage. Jobs gesichert.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Das traditionsreiche Wedeler Tiefbauunternehmen Simon Nagel schwimmt in rauer See. Unter dem Aktenzeichen 71IN52/15 wurde beim Amtsgericht Pinneberg das Insolvenzverfahren gegen die GmbH & Co. KG eröffnet.

Das bedeutet aber noch lange nicht das Ende einer mehr als 100-jährigen Firmengeschichte. Der vorläufige Insolvenzverwalter Jan Ockelmann und Geschäftsführerin Sabine Lüders sind gemeinsam mit den Prokuristen Niklas Bruha und Peter Walther intensiv dabei, die Firma wieder auf guten Kurs zu bringen. Ockelmann: „Wir sehen einen Silberstreif am Horizont. Die Auftragslage entwickelt sich viel besser, als es zu erwarten gewesen wäre.“

Derzeit ist der Betrieb mit seinen 43 Mitarbeitern ausgelastet. Kräftig dazu bei trug die Stadt Tornesch, die einen Großauftrag bestätigte, mit dem für Wochen zu tun ist. Aber auch Kunden aus Wedel halten die Treue und Bürgermeister Niels Schmidt hat ebenfalls Unterstützung, wo immer möglich, angekündigt. Ob Verlegen von Rohrleitungen oder Straßenbauarbeiten – die öffentliche Hand ist einer der wichtigsten Auftraggeber des Unternehmens.

Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters soll die Firma aus eigener Kraft fortgeführt werden. Alternativ wird nach einem Investor gesucht. Wichtig ist dabei, dass die Mitarbeiter von Simon Nagel keine Sorge um ihren Arbeitsplatz haben müssen.

Bauingenieur Peter Lüders, Inhaber und Enkel des Firmengründers, hinterließ bei seinem Tod im Jahre 2010 eine nur schwer zu schließende Lücke im Unternehmen. (Foto: FR)
Bauingenieur Peter Lüders, Inhaber und Enkel des Firmengründers, hinterließ bei seinem Tod im Jahre 2010 eine nur schwer zu schließende Lücke im Unternehmen. (Foto: FR)
 

Auslöser aller Probleme war ein Schicksalsschlag, der fünf Jahre zurückliegt. Im Jahr 2010 starb plötzlich Peter Lüders, dessen Großvater Simon Nagel das Unternehmen gegründet hatte. Lüders war als versierter Bauingenieur und geschäftsführender Gesellschafter der Dreh- und Angelpunkt der Firma. Seinen Verlust konnte die Belegschaft nicht kompensieren. Im Gegenteil: Einzelne Mitarbeiter arbeiteten nicht so wie gewünscht. Mittlerweile wurden auch personelle Konsequenzen gezogen.

Derzeit sind die Verantwortlichen auf Rundtour, um mit Lieferanten und Auftraggebern zu sprechen, ihnen die Lage zu erläutern und Möglichkeiten zur weiteren Zusammenarbeit auszuloten.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen