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Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Dezember 2017 | 18:14 Uhr

Sie sind die Vorbilder für andere

vom

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 01:14 Uhr

WEDEL | Es ist ein Erfolgskonzept, das mittlerweile seit zehn Jahren Früchte trägt. Denn die Aktion "Bus-Engel - Gewaltprävention in Südholstein" der Südholstein Verkehrsservicegesellschaft (SVG) im Auftrage der Kreise Pinneberg und Segeberg, konnte seit Bestehen bereits mehrere tausend Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren zu echten Vorbildern für ihre Mitschüler ausbilden.

Auch an der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule Wedel gab es gestern wieder Grund zur Freude, als Anja Ständer, SVG-Pädagogin und Koordinatorin, im Beisein von Präventionslehrkraft Jennifer Heise und Bustrainer Frank Moll von der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP) gleich 17 neuen "Bus-Engeln" nach erfolgreich absolviertem Lehrgang ihre Zertifikate aushändigte.

"Dank ihrer freiwilligen Teilnahme an dem von Kriminologen und Pädagogen begleiteten Zusatz-Unterricht kann die vorwiegend aus Achtklässlern bestehende Zielgruppe nun durch das gelernte, gewaltpräventive Wissen, vor allem in Linienbussen und Bahnen eine Vorbildfunktion erfüllen", so Ständer, die ferner darauf hinweist, dass es dem engagierten Nachwuchs jetzt besser gelingen könne, Konfliktsituationen von vornherein zu vermeiden, selbst gewaltfrei zu agieren und deeskalierend auf andere Mitschüler einzugehen.

Erfolge, die praktisch sichtbar sind. "Die Rückmeldung von meinen Kollegen ist eindeutig. Das Verhalten der Kinder und Jugendlichen hat sich in den Schulbussen deutlich gebessert. Sachbeschädigungen und Störungen der Fahrer haben abgenommen. Dieser Erfolg geht auch auf das Konto der Bus-Engel", freut sich KViP-Fahrer Moll.

Ehe sich EBS-Lehrerin Jennifer Heise sicher ist, dass das "Bus-Engel-Wissen" natürlich nicht nur in öffentlichen Verkehrsmitteln Anwendung finden wird. "Das Erlernte gehört zum Handwerkszeug für das gesamte Leben. Und unterschiedlichste Lebenssituationen", so die zufriedene Pädagogin, die abschließend ergänzt, dass sich ein erworbenes "Bus-Engel-Zertifikat" als Beigabe zu den Bewerbungsunterlagen "auch ganz gut machen werde".

"Der Kursus hat mir großen Spaß gemacht. Und ich habe viel darüber gelernt, wie ich mich in brenzligen Situationen künftig verhalten kann", so die 14-jährige Madeleine, die nach eigenen Angaben bereits einmal eine handfeste Auseinandersetzung zwischen einem Mitschüler und einem älteren Mann miterleben musste. "Damals war ich mit der ganzen Situation noch überfordert und auch erschrocken darüber, wie wenig Passanten dort einschritten", erklärt die Schülerin weiter. Bevor ihre gleichaltrigen Mitschülerinnen Johanna und Jenny daran erinnern, wie lehrreich die vielen Rollenspiele und aufregend das Lenken eines echten Linienbusses zu Lehrgangsende auf dem KViP-Betriebshof in Uetersen gewesen sei. Auf den Punkt bringt es jedoch am Ende Tom aus der Klasse 8 c. "Während meines Praktikums in den letzten Wochen in Ellerbek stieg auf der langen Busfahrt täglich zur gleichen Zeit ein Rollstuhlfahrer zu. Dem habe ich dann jeden Tag die Rampe runter geklappt. Jetzt ging mein Praktikum zu Ende. Und ich hoffe sehr, dass er nun Hilfe von anderen Fahrgästen erfährt."

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