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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. Oktober 2017 | 02:58 Uhr

Wedel : Sie helfen Trennungskindern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schulsozialarbeiterinnen kümmern sich um Mädchen und Jungen, deren Eltern sich scheiden lassen.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2013 | 15:00 Uhr

Für Kinder ist es oft ein Schock, wenn sich ihre Eltern trennen. Ihre Welt gerät aus den Fugen. Sie sind zwischen Mutter und Vater hin- und hergerissen, Gefühle wie Angst, Wut, Trauer und Selbstzweifel plagen die Kinder, sie suchen nach Verlässlichkeit. Doch die Eltern haben in der Trennungsphase genug mit sich selbst zu tun und oft kein Ohr für ihren Nachwuchs.

Genau aus diesem Grund haben die Wedeler Schulsozialarbeiterinnen Simone Senfft, Birgit Umlauf und Karola Weihe vor zwei Jahren die Eltern-Trennungs-Gruppe (ETG) ins Leben gerufen. Acht Kinder aus der ersten bis vierten Klasse können hier die Scheidung ihrer Eltern verarbeiten.

Hier sind die Mädchen und Jungen unter ihresgleichen, hier können sie offen und frei heraus darüber sprechen, was ihnen auf dem Herzen lastet – ohne Rücksicht auf ihre Eltern nehmen zu müssen. „Es ist wichtig, dass die Kinder ihre Gefühle nicht in sich verschließen, sondern sie rauslassen“, erklärt Weihe. In der geschützten Gruppe sei das möglich. „Sie wissen, dass alles, was gesagt wird, hier bleibt.“

„Ich finde an der Trennungsgruppe gut, dass man seine Sorgen erzählen kann und auch mal andere Kinder trifft, die das gleiche Problem haben“, erzählt ein achtjähriges Mädchen. „So fühlt man sich nicht so allein mit der Trennung der Eltern. Wir spielen auch oft schöne Spiele, die uns einfach nur von unseren Sorgen ablenken.“

Die Kinder können solange bleiben, wie sie Hilfe benötigen, erklärt Umlauf. Manche bleiben ein halbes Jahr und länger. Die Aufarbeitung der elterlichen Trennung brauche Zeit, ergänzt Weihe.

„Ich war auch eine Weile in der Trennungsgruppe, da bin ich auf andere Gedanken gekommen. Wir haben tolle Spiel gemacht, die vom Alltag ablenken. Mir hat die Trennungsgruppe geholfen“, erzählt ein Zehnjähriger.

Nach den sogenannten Befindlichkeitsrunden, mit denen die Treffen in der Pestalozzischule beginnen, nutzen die Pädagoginnen die Angebote der Bildungseinrichtung am Autal, um das Trauma Trennung aufzuarbeiten. „Wir machen viele Rollenspiele, die Kinder machen sie sehr gern“, erläutert Senfft. Und auch Malen stehe bei den Kindern hoch im Kurs.

Entlastung auch für Mütter und Väter

Die Gruppe hilft aber nicht nur den Kindern. „Es gibt Situationen nach einer Trennung, in denen man nicht unbedingt immer der richtige Ansprechpartner für seine Kinder sein kann, da man beispielsweise selbst noch sehr involviert ist oder die Kinder unter Loyalitätskonflikten leiden“, berichtet eine Mutter. In diesen Momenten biete die ETG den Kindern einen wertungsfreien Raum, über solche Konflikte zu sprechen. „Und das tut schließlich beiden gut: Kindern und Eltern.“ Sie sei sehr froh, dass es diese Gruppe gibt, in der die Mädchen und Jungen liebevoll empfangen und begleitet werden.

Den Namen Eltern-Trennungs-Gruppe haben sich übrigens die Kinder ausgedacht. Denn „Gruppe für Trennungskinder“, wie sie anfangs hieß, schien den Mädchen und Jungs nicht passend. „Schließlich sind es ja nicht sie, die sich trennen wollen“, erklärt Weihe.

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