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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 22:02 Uhr

Sicherheitsrisiko Silvester

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Beim Böllern Brandschutz beachten Reet- und Fachwerkhäuser besonders gefährdet / Hohe Geldbußen drohen

Jetzt geht es wieder los das, das große Ballern. Kaum sind die ersten Verkaufsstellen für Silvesterfeuerwerk geöffnet, heißt es für manchen Mitbürger „Feuer frei“. Dabei gilt per Gesetz, dass das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ohne Befähigungsschein nur in der Zeit vom 31. Dezember bis zum 1. Januar für über 18-Jährige erlaubt und ein Sicherheitsabstand bei Kirchen, Krankenhäuser, Kinder- und Altenheimen einzuhalten ist. Besonders betroffen sind dabei auch Reet- und Fachwerkhäuser.

Wie bereiten sich Eigentümer und Bewohner von brandgefährdeten Häusern auf die Silvesterknallerei und Raketenfeuerwerk vor? Mathias Prassler gehört Wedels ältestes Reetdachhaus in der Wiede 2. Er hat bereits Erfahrungen mit Raketen im Strohdach gemacht. „Bei uns landete vor Jahren mal ein abgeschossener Feuerwerkskörper direkt im Dach. Glücklicherweise war der schon ausgebrannt und hatte keine Glut mehr. Sonst wäre vielleicht Schlimmes passiert.“

Seitdem hat er Respekt vor den explosiven Geschossen, insbesondere vor fehlgeleiteten Feuerwerkskörpern und Querschlägern. „Unser Vater holte regelmäßig zu Silvester vorsorglich eine Leiter raus und legte einen Wasserschlauch bereit.“ Soweit geht Prassler nicht. Über die Jahre hat er Zweckoptimismus entwickelt und sieht Silvester gelassen entgegen. „Wenn was passiert, dann ist das so. Dann heißt es nur noch „Schnell raus hier!“.


„Meist bleiben wir zu Haus.“


Ganz so gelassen sieht seine Nachbarin Almut Kehde es nicht. Sie wohnt ebenfalls einem typisch-norddeutsch mit Schilfrohr gedeckten Haus in der Wiede. „Meist bleiben wir Silvester zu Haus. Und wenn wir mal ausgehen, dann nur mit ungutem Gefühl“, so Kehde. Sie habe dankeswerter Weise noch nie Ärger zu Silvester gehabt. „Ich spreche die Leute auch direkt an, wenn jemand in der Nähe unseres Hauses trotz Sicherheitsabstand Raketen zündet.“ Das habe in der Vergangenheit immer geholfen.

Relativ sicher fühlt sich Kai Augustin. Ihm gehört in der Gärtnerstraße 19 Wedels größtes Reetdachhaus. „Wir dämmen das Dach von innen kontinuierlich mit Zellulose. Das soll die Brandgefahr größtenteils ausschalten“, berichtet der Kaufmann. Angst vor Brand kenne er nicht aber natürlich würde er selbst zu Silvester keine Knallkörper abbrennen. „Das Haus steht jetzt seit 210 Jahren und bisher ist noch nichts passiert. Ich hoffe, dass das auch weiter so bleibt“, meint Augustin zuversichtlich.

Dem Ordnungsamt der Stadt ist die Problematik der Gefährdung von Reetdachhäusern zu Silvester bekannt. Daher lässt es in diesen Tagen vorsorglich Hinweisschreiben an die Einwohner im Wohngebiet Gärtnerstraße und Steinberg verteilen. In denen wird dringend auf den Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern beim Abbrennen von Feuerwerk und Geldbußen von bis zu 10 000 Euro bei Verstößen dagegen hingewiesen. Siehe auch Seite 9 und 11

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