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Jubiläumsfest in Haselau : Seit 150 Jahren trotzt der Turm dem Sturm

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Es wird gefeiert am 18. und 19. Juni an der Haselauer Kirche.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Haselau | Er ist es gewohnt, im Mittelpunkt zu stehen: Weit sichtbar ragt der Glockenturm der Heiligen Dreikönigskirche in Haselau in den Himmel und ist mit 42 Metern der höchste Punkt der Marsch. Das auf einem Backsteinsockel errichtete hölzerne Bauwerk wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Das Jubiläum soll mit einem vielseitigen Fest am Sonnabend und Sonntag, 18. und 19. Juni, gefeiert werden.

„Unsere Kirche ist eine klassische Arche“, sagt Haselaus Pastor Andreas-Michael Petersen. Wenn Stürme tosten und der Blanke Hans mit Land unter alles Leben bedrohte, suchten Mensch und Vieh Schutz in dem Gotteshaus auf einer Wurt – einem künstlich aufgeschütteten Siedlungshügel. Der frühere Turm wurde am 4. Juli 1862 von einem Blitz zertrümmert und musste bis auf den Grund abgetragen werden. Der Nachfolger wurde von 1864 bis 1866 gebaut.

Beinahe hätte der Turm seinen 150. Geburtstag nicht überlebt, so Pastor Petersen. „Er sollte vor gut 50 Jahren abgerissen werden“, berichtet er. Doch es hagelte Proteste aus der Bevölkerung. Und so wurde das Wahrzeichen renoviert. Sieben Glocken sind in dem Turm vorhanden. Die Stundenglocke ist die älteste im Kreis Pinneberg und stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert. Sie wird wegen ihrer schlanken Form als Zuckerhutglocke bezeichnet.

Musikalisches Ereigniss

Die Glocken werden während des Festes natürlich auch erklingen – und Teil eines besonderen musikalischen Ereignisses sein. „Man kann mit diesen Glocken ein Lied spielen“, verrät Petersen. Kirchenmusiker Michael Horn-Antoni wird am Sonnabend, 18. Juni, an der Orgel sitzen und mit Hilfe von sieben Glöcknern und einem Dirigenten ein Experiment wagen. Den Auftakt dazu bildet um 21 Uhr ein Gospelkonzert. Einen völlig neuen Anblick werden die Besucher im Anschluss genießen können: Die Pinneberger Künstlerin Gisela Meyer-Hahn wird den Kirchturm etwa eine halbe Stunde lang in Licht hüllen. „Das gibt wahnsinnig tolle Effekte“, schwärmt Petersen.

Am Sonntag, 19. Juni, wir es rund um die Kirche von 14 bis 18 Uhr turbulent zugehen. Der Kirchturm sei ein Zeugnis für tolles Handwerk, so Petersen, und so stehen Handwerker im Mittelpunkt eines Markts. „Wir haben lauter Kirchenbetreuer eingeladen“, präzisiert der Pastor. Zimmermann Johann-Otto Plump aus Uetersen wird ebenso an Bord sein, wie Tischler Jürgen Wulff und Dachdecker Kai Fülscher. Im Küsterhaus ist eine Foto-Ausstellung zu sehen, die Bürgermeister Rolf Herrmann zusammengestellt hat. Auf zwei Bühnen gibt es Darbietungen. Und natürlich darf der Turm von innen bestiegen werden. Auch das nur wenige Schritte entfernte Heimatmuseum, Haseldorfer Chaussee 50  a, wird seine Türen öffnen. Dort können Kinder unter der Leitung von Klaus Schwerin aus sieben Teilen eine kleine Dreikönigskirche zusammenbauen.

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