Moorrege : Schwänzern keine Chance

In der Gemeinschaftsschule Moorrege soll das Fernbleiben vom Unterricht nicht möglich sein.

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07. Januar 2015, 14:00 Uhr

Moorrege | Eine positive Bilanz über die Arbeit an der Gemeinschaftsschule Moorrege (GemsMo) hat Karen Frers während der jüngsten Versammlung des Schulverbands am Himmelsbarg vorlegen können. Einziger Wermutstropfen: fünf Dauerschwänzer. Frers: „Die Masse der Schüler tut das, was sie soll – zur Schule gehen und lernen.“ Aber es gäbe eben auch Problemkinder, die nicht nur ein Problem haben, sondern ein ganzes Bündel. Das in den Griff zu bekommen, sei schwierig und vor allem sehr zeitintensiv. Frers: „Das kostet viel Kraft.“

Damit die Lehrer nicht mit dem Dauerschwänzer-Problem allein gelassen werden, hat Rainer Jürgensen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Moorrege, seine Hilfe angeboten. Auf Bitten der Schulleitung könne in diesen Fällen das Ordnungsamt tätig werden. „Das Schulgesetz bietet uns diese Möglichkeit“, erläuterte Jürgensen. In der Praxis sieht das so aus, dass die Eltern der minderjährigen GemsMo-Schüler einen „blauen Brief“ erhalten. Die Eltern werden dann angehört. Wenn das nicht fruchtet, wird ein Mitarbeiter des Ordnungsamts gemeinsam mit einem Polizisten den Schwänzer zur Schule bringen.

Mit derartigen Zwangszuführungen zum Unterricht hat Jürgensen Erfahrung. Während seiner Zeit als Ordnungsamtsleiter in Kellinghusen hat er durch dieses Verfahren vier Schüler zur Einsicht und somit zum Schulbesuch gebracht. „Parallel dazu habe ich immer das Jugendamt eingeschaltet“, sagt Jürgensen.

Mit seinem Vorschlag rannte Jürgensen offene Türen ein. Moorreges zweiter Stellvertretender Bürgermeister Georg Plettenbergs (CDU) Kommentar: „Dann kriegen die Eltern mal einen Schock.“ Der Christdemokrat betonte, dass die Quote aber nicht sehr hoch sei, denn in der GemsMo werden immerhin 450 Jungen und Mädchen unterrichtet.

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