Haselau / Haseldorf : Schule: Sanierung oder Neubau?

Die Turnhalle (links) stammt aus den 1970iger Jahren, ist nicht gedämmt und wird mit einer unzeitgemäßen Lüftung beheizt.
Die Turnhalle (links) stammt aus den 1970iger Jahren, ist nicht gedämmt und wird mit einer unzeitgemäßen Lüftung beheizt.

Haselau und Haseldorf tasten sich mit einem Sonderausschuss ans Großprojekt heran. Bauliche Abtrennung der Halle beschlossen.

shz.de von
16. Mai 2015, 10:00 Uhr

Sanieren oder neubauen – die Entscheidung ist selten einfach zu fällen. Und wird noch einmal ein wenig schwieriger, wenn es bei dem Thema um öffentliche Gelder geht. In den Gemeinden Haseldorf und Haselau steht die gemeinsame Grundschule in Haseldorf, Kamperrege, im Fokus. Der gesamte Komplex inklusive Schulgebäude, Turnhalle und Betreuungsklasse ist mindestens renovierungsbedürftig. Gute Erfahrungen haben die Kommunalpolitiker für solch große Projekte, beispielsweise beim Kita-Neubau, mit einem Sonderausschuss gemacht. Der wurde auch hier eingerichtet. Jetzt tagte er zum ersten Mal.

Ein Ingenieurbüro hatte zwar in einer mehrseitigen Schadens- und Kostenaufstellung erste Zahlen zusammengetragen. Doch es herrschte dennoch große Verunsicherung zu Beginn der Sitzung. Nicht nur, weil eine Bewertung aller Schäden anstand, sondern auch, weil die Belastbarkeit des vorhandenen Zahlenwerks nicht geklärt war. Für einen Turnhallen-Neubau werden dort 700  000 Euro veranschlagt. „Wir müssen aber wohl mit zwei Millionen rechnen“, schätzte Haseldorfs Bürgermeister Uwe Schölermann (Foto oben, CDU). Es sei wahrscheinlich nur die Hülle gemeint, pflichtete Haselaus Bürgermeister Rolf Herrmann (Foto rechts, CDU) bei.

Herrmann gab die Agenda vor: den „Jetzt-Zustand“ beschreiben, Alternativen bewerten, Finanzierung und Fördermöglichkeiten ermitteln und die Einbindung anderer Liegenschaften prüfen. 1890 sei die alte Schule erbaut, referierte er. Veränderungen und Erweiterungen und das Turnhallengebäude kamen 1970 hinzu, um 2000 herum der Anbau eines weiteren Klassenraums. Das meiste habe also den Standard der 1970iger Jahre. Vor wenigen Jahren seien Fenster aufgewertet worden, nicht aber die in der Turnhalle. Stahlbetonskelett sowie Schwingboden der Turnhalle seien in Ordnung: „Der konstruktive Zustand ist vernünftig.“ Allerdings hätten weder Seitenwände noch Dach eine Wärmedämmung. Die Halle werde über eine nicht mehr zeitgemäße Lüftung beheizt: „Die ist in ordnungsgemäßem Zustand, allerdings zu groß angelegt.“ In den Nebenräumen sei eine Anpassung der Sanitäranlagen notwendig.

Da die heutigen hohen Energieeffizienz-Anforderungen an das Gesamtgebäude nicht zu erfüllen sind, schlug Herrmann nach Maßgabe des Ingenieurbüros vor, den Komplex in zwei Gebäude zu teilen, indem der verbindende Laubengang unterbrochen wird. Etwa 8000 Euro Stromkosten und 42  000 Euro Wärmekosten zahlen die Gemeinden jährlich für Turnhalle und Schule. „Ein Blockheizkraftwerk wäre wirtschaftlich denkbar“, so Herrmann. Die Zahlen, die das Ingenieurpapier diesbezüglich angibt, sähen allerdings sehr optimistisch aus, urteilte Boris Steuer, SPD-Gemeinderat in Haseldorf: „Brauchen wir es und wollen wir es, das sollten wir offen diskutieren“, forderte er.

Die Trennung in zwei Teile sei sinnvoll, beschlossen die Ausschussmitglieder. Darüber hinaus beauftragten sie die Verwaltung und die beiden Bürgermeister damit, belastbare Kostenschätzungen für alle Teilaspekte energetischer Sanierung und sonstiger Renovierung einzuholen, die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen zu bewerten und Fördermöglichkeiten zu prüfen. Reiche die Summe der einzelnen Investitionskosten an die Kosten für einen Hallenneubau heran, werde der ins Auge gefasst.

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