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Regionalschule Moorrege : Schüler stiften Stolperstein

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gegen das Vergessen von NS-Opfern: Die Schülervertretung der Regionalschule Moorrege beschließt Patenschaft für das Hamburger Projekt.

Damit Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes nicht vergessen werden, haben sich Schüler der Regionalschule Moorrege (RegMo) engagiert. Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts befassten sich Jungen und Mädchen der Klassen H 9 c/d mit dem Thema „Weltreligionen im Vergleich”. Ein Schwerpunkt war das Judentum. Nach einer Exkursion durch das Grindelviertel unter der Leitung von Peter Hess vom Projekt „Stolperstein“ beschlossen die RegMo-Schüler, an der Aktion teilzunehmen. „Die Schülerschaft hat eine Patenschaft für einen neuen Stolperstein übernommen“, freut sich die verantwortliche Lehrerin Insa Tietjen.

Die RegMo-Schüler waren durch die etwa 90-minütige Führung sichtlich betroffen, so die Lehrerin. Die Schulsprecher Nico Hamster und Yann Brunswick hatten während einer Sitzung der Schülervertretung (SV) über ihre Eindrücke berichtet. Fazit: Es wird eine Patenschaft für einen 120 Euro teuren Stolperstein aus der SV-Kasse finanziert. Tietjen freut sich, dass der Beschluss einstimmig war: „So wird durch das Engagement der Schüler der Regionalschule Moorrege einem weiteren Opfer des Nationalsozialismus’ sein Name zurückgegeben und das Vergessen ein wenig erschwert.“

Hess, der die Idee der Stolpersteine 2002 nach Hamburg holte, hatte sich mit den Jugendlichen am „Synagogen-Denkmal“ auf dem Joseph-Carlebach-Platz getroffen. Die Bodenintarsie aus polierten Granit- und rauen Pflastersteinen bildet das Deckengewölbe der ehemaligen Hauptsynagoge der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg ab. Die sogenannte Bornplatz-Synagoge stand von 1906 bis 1939 auf diesem Platz. Das Monument wurde am 9. November 1988, 50 Jahre nach der Zerstörung des Gebäudes, eingeweiht. Der Denkmalentwurf stammt von der Hamburger Künstlerin Margrit Kahl.

Weitere Stationen des Rundgangs waren die Talmud-Thora-Schule, die Kammerspiele (früher ein jüdisches Kulturzentrum) und ein ehemaliges jüdisches Gebetshaus. „Immer wieder verweilten wir an einzelnen Stolpersteinen, und die Schüler waren interessiert und auch sehr betroffen, als wir beispielsweise vor einem Wohnhaus etwa zehn Stolpersteine mit Namen einer ganzen Familie fanden“, so Tietjen.

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