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„Eine richtige Aktiengesellschaft“ : Schüler aus Wedel gründen ein eigenes Unternehmen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Jugendlichen der Gebrüder-Humboldt-Schule gründen ihr eigenes Unternehmen. Anteilsscheine sollen das Startkapital ermöglichen.

Wedel | Die Schüler des Wahlfachs Wirtschaft der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) gingen in Deckung als Darius Brachmann den Gewichtstest an ihren Papiermodellen durchführte. Der Referent des Instituts der deutschen Wirtschaft hatte beim Workshop für die Gründung einer Schülerfirma die Aufgabe gestellt, aus DIN-A 4-Blättern einen möglichst hohen Turm zu bauen. Je DIN-A  4-Fläche an Höhe wurden den Schülern Gelder gutgeschrieben. Eine Sonderprämie gab es für die Stabilität, die nur ein Team erreichte. Die Schüler mussten vor dem Bauen ein Konzept entwickeln und Papier, Klebestreifen sowie Klebestift bei ihm virtuell „einkaufen“.

Bei der Auswertung war Brachmann selbst überrascht. Denn eigentlich wollte er das Team, das am Ende den höchsten Gewinn auswies, schon stoppen. „Die haben so viel eingekauft, dass es eigentlich nicht klappen konnte“, so der Referent. Doch seine Befürchtungen wurden widerlegt. Drei der vier Teams schrieben auf dem Papier Gewinne. „Es ist gut auch ein negatives Beispiel zu haben. Das zeigt wie wichtig eine gute Planung im Vorfeld und ein Konzept ist, damit man nicht zu viel einkauft“, sagte Brachmann. Die Schülergruppe kommentierte es lapidar: „Wenn Sie wieder ein schlechtes Beispiel brauchen, rufen Sie uns an.“

„Im achten Jahrgang ist die Motivation immens schwer. Da ist alles wichtiger als Schule“, sagte Lehrerin Rahel Doppelstein, die die Idee hatte, mit ihrem Wirtschaftskursus eine Schülerfirma zu gründen, um den Kindern Betriebswirtschaftslehre näher zu bringen. Während des Seminars vermittelte sie die verschiedenen Rechtsformen. Nach der Praxisaufgabe wurde dann über Unternehmenskonzepte und -bereiche diskutiert und den Schülern verschiedene Aufgaben zugewiesen. „Ich trete als Lehrerin immer weiter in den Hintergrund“, sagte Doppelstein.

Die 14 Schüler sollen das Unternehmen selbst führen. „Ihnen ist aber heute auch klar geworden, dass die vier Unterrichtsstunden nicht reichen werden“, sagte Doppelstein und Brachmann ergänzte: „Die Motivation der Schüler ist aber meistens so hoch, dass sie sich auch in der Freizeit engagieren.“

Dafür sorgt sicherlich auch, dass jeder Schüler am Gewinn des Unternehmens beteiligt ist. „Es wird eine richtige Aktiengesellschaft“, sagte Brachmann. 90 Anteilsscheine zu jeweils zehn Euro werden ausgegeben. Jeder Schüler erwirbt einen. Die restlichen sollen an Lehrer, Eltern oder Verwandte verkauft werden. „Wenn das Unternehmen Gewinne schreibt, werden diese komplett ausgeschüttet“, erläuterte Doppelstein, die die Mitarbeit am Ende benoten muss. „Natürlich schreiben wir auch Klausuren über die Firma“, so die Pädagogin. Schreiben werden die Schüler einiges müssen, denn im Februar wollen sie beim Institut der deutschen Wirtschaft in Kiel einen Geschäftsbericht samt Präsentation abgeben. Dort wird die beste Schülerfirma des Landes gekürt. Sollten sich die Wedeler durchsetzen, könnten sie am Bundeswettbewerb teilnehmen. Doch zunächst muss das Startkapital beschafft werden. 

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erstellt am 09.Dez.2015 | 00:34 Uhr

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