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Im Lehrerzimmer geht es heiß her : Schüler analysieren den Energieverbrauch an ihrer Schule

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Aktion an der Gebrüder-Humboldt-Schule. Eine Auszeichnung als „Energieprofis“ gibt es erstmals an allen weiterführenden Schulen.

Wedel | Klassenräume, Sekretariat, Flure, Bibliothek – kein Raum der Gebrüder-Humboldt-Schule (GHS) war in der vergangenen Woche vor den Fünftklässlern sicher. Mit Thermometern wurden emsig die Temperaturen und mit Luxmetern die Helligkeit in den Schulräumen gemessen. Alles wurde fein säuberlich notiert. „Die Schüler sollten ermitteln, wie die Unterschiede zwischen Soll- und Ist-Wert ist, die Hinweise für eine mögliche Energieverschwendung liefern“, sagte Michael Vollmer, der seit Jahren die zweitägigen Seminare rund um das Thema Energie für den Klimaschutzfonds Wedel leitet. In diesem Jahr nehmen erstmals alle drei weiterführenden Schulen an dem Projekt teil. Die Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) haben ihre Urkunden bereits erhalten. An der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule werden diese Ende April vergeben.

„Die Temperaturen schwankten zwischen 15 und 26 Grad“, sagte Janna und ergänzte: „Im Lehrerzimmer waren es 24 Grad. Am wärmsten war es im Sekretariat. Da waren es sogar 26 Grad.“ Beim letzten Wert musste Vollmer schmunzeln: „26 Grad ist etwas hoch. Daher fällt das aus der Statistik raus.“ Gerade einmal 15 Grad notierten die Schüler auf den Toiletten. „Das ist absolut im Rahmen“, sagte Vollmer. Der Sollwert für Toilettenbereiche liege bei 16 Grad. 20 Grad seien die Vorgabe für Klassen- und Fachräume. In Aula, Fluren und Treppenhäusern seien 16 Grad gefordert, in der Sporthalle 18 und den angrenzenden Umkleiden 22 Grad Celsius. „Abweichungen von ein bis zwei Grad sind absolut ok“, erläuterte Vollmer den Schülern.

Wie anstrengend die Produktion der Energie sein kann, erlebten die Schüler auf dem Energiefahrrad. Mit eigener Körperkraft mussten sie einen CD-Player, einen Wasserkocher und eine Eisenbahn antreiben. Beim Basteln von Solarhubschraubern setzen sich die GHS-Schüler anschließend mit alternativen Energiequellen auseinander. Ein Modell schenkte Wolfgang Heller, Schriftführer des Klimaschutzfonds Wedel und Energieberater der Stadtwerke Wedel, der Klasse, damit diese sich auch zukünftig mit alternativen Energien beschäftigen kann.

„Für die Kinder ist es etwas anderes, wenn jemand von außen kommt und kein bekanntes Gesicht vor ihnen steht“, sagte Lehrer Arne Behring, der das Projekt mit seiner Kollegin Sonja Strecker begleitete. Und was nahmen die Schüler mit? „Dass wir vielleicht nicht immer das Licht anlassen sollten, wenn wir es nicht mehr brauchen“, sagte Joost. Zudem sollte darauf geachtet werden, nicht die Fenster auf zu haben, wenn die Heizung laufe. Janna schlug vor, das Licht auszulassen, wenn genug Tageslicht da sei. Cora wolle zukünftig vor allem auf die Wärme achten: „Wenn man die Möglichkeit hat, muss man die Heizung nicht voll aufdrehen, sondern kann auch den Ofen nutzen. Oder einfach eine Decke.“

Auch die Lehrer können sich nun auf Hinweise der Schüler gefasst machen. Auf unnötig laufende Beamer, Tageslichtprojektoren oder Deckenlampen wollen die Fünftklässler zukünftig auch die Lehrkräfte hinweisen. Jolina will noch einen Schritt weiter gehen: „Wir müssen auch bei anderen gucken, ob sie es richtig machen. Viele wissen nicht, wie man Strom spart.“ Die GHS-Schüler wissen es und wurden zum Abschluss mit dem Zertifikat „Energieprofi“ ausgezeichnet.

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erstellt am 15.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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