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Neujahrsempfang in Wedel : Schmidt plädiert für den "Neustart"

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bürgermeister appelliert mit kritischen Tönen an die Bürger: "Gemeininteresse grundsätzlich vor Einzelinteresse".

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Kurz, mit kritischen Untertönen, kontrastreich: Wedels Neujahrsempfang in Zeiten von Finanzkrisen und Polit-Beben. Gerade mal 35 Minuten waren es von der Begrüßung bis zu den letzten Klängen der traditionell gemeinsam gesungenen Nationalhymne. Eine gute halbe Stunde, in der die Gäste aus Uetersen für den unterhaltsamen Part zuständig waren. A-capella-Humor mit dem Ensemble "Collegium Gaudium": Das kam an im nicht ganz voll besetzten Ratssaal.

Ernst dagegen der Ton der Reden. Zunächst noch moderat bei Stadtpräsidentin Renate Palm (WSI). Sie erinnerte an Wedels Steuerausfälle, die Sparbemühungen und das Haushaltsdefizit, das eine weitere Konsolidierungsrunde mit sich bringen muss. Dabei hob sie die Akteursrolle der Fraktionen hervor: Aufgabe der Ratsvertretung sei es, politische Ziele vorzugeben und "im Zusammenspiel mit der Verwaltung zu verwirklichen".

2014 sei indes auch ein Jahr besonderer Jubiläen und Ereignisse, so Palm. Dezidiert rief sie dabei dazu auf, sich am ersten Bürgerentscheid zu beteiligen. Palm versäumte es zudem nicht, den Ehrenamtlern besonders zu danken für ihr Engagement. Dies passierte in den vergangene Jahren vor allem im Rahmen der Ehrennadel-Verleihung, die dieses Mal ausfiel: Verwaltung und Politik hatten sich nicht rechtzeitig auf neue Kriterien für die Auswahl einigen können. Auch dies ein Grund für die Kürze des Empfang und den einen oder anderen leeren Sitzplatz.

"Keine absolute Wahrheit"

Eine Rede als Appell dann von Bürgermeister Niels Schmidt. Ein Appell vor allem, die öffentlich und politisch zuletzt teils scharfen Diskussionen inklusive abgelehnten Haushaltsentwurf wieder in ruhiger Fahrwasser zu lenken. Tenor: "Lassen Sie uns einen Neustart machen" – und das Gemeinsame wieder in den Vordergrund stellen. Denn dies, die Gemeinschaft, sei es, was eine Stadt ausmache. Dies bedeute nicht allein eine sachliche Auseinandersetzung über den richtigen Weg oder welche Entscheidung gut sei für Wedel. Respekt und Toleranz seien ebenfalls wichtig, so Schmidt – auch gegenüber der Verwaltung: "Wer ist schon im Besitz der absoluten Wahrheit?"

Ebenso gehöre die Akzeptanz von demokratischen Entscheidungen dazu. Die Partner der Stadt – Wirtschaft, Vereine, Verbände, Bürger – bräuchten Verlässlichkeit, so Schmidt. Es müsse der Grundsatz gelten "Gemeininteresse vor Einzelinteresse". Dafür brauche es Kompromissfähigkeit und keine gegenseitige Blockade, sagte Schmidt.

Stadtinteresse vor Parteiinteresse und eine weltoffene Willkommenskultur waren weitere Stichworte des Bürgermeisters: All dies habe in Wedel immer gut funktioniert, so Schmidt. Doch die Bedeutung dieser Grundsätze sei im vergangenen Jahr das eine oder andere Mal vergessen worden. "Machen wir die Stadt wieder so stark, dass wir die anstehenden Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung bewältigen können", rief Schmidt daher den Anwesenden zu.

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