Schlick: Politik will schnell Klarheit

Mit den Sandabtragungen im Strandbad kommt nicht nur Schutt, sondern auch schwarzer, zäher Schlick zum Vorschein. Eine Schadstoffanalyse soll Aufschluss darüber bringen, ob eine Gefahr von den Sedimenten ausgeht.
Mit den Sandabtragungen im Strandbad kommt nicht nur Schutt, sondern auch schwarzer, zäher Schlick zum Vorschein. Eine Schadstoffanalyse soll Aufschluss darüber bringen, ob eine Gefahr von den Sedimenten ausgeht.

Einstimmiges Votum für Schadstoffuntersuchung im Wedeler Strandbad vor Beginn der Saison

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10. März 2018, 16:00 Uhr

Was haben die Fluten dort im Strandbad zutage gefördert? Geht möglicherweise eine Gefahr aus vom dem zähen schwarzen Schlick, der durch den seit vergangenem Sommer zu beobachtenden Sandabtrag an die Oberfläche gekommen ist? Wedels Politik will nicht mit der Ungewissheit leben. Einstimmig folgten alle Fraktionen im Bauausschuss dem Antrag der Grünen, kurzfristig eine Schadstoffanalyse mit umfassender Beprobung insbesondere der freiliegenden schwarzen Sedimente zwischen Hafenmole und Beachclub zu veranlassen. Ergebnisse erhoffen sich die Politiker noch vor Beginn der Strandsaison.

Wie berichtet hatten die Grünen Alarm geschlagen, nachdem die Fluten nicht nur alten Schutt, sondern auch mutmaßlich Jahrzehnte alten Schlick freigelegt haben. Elbeschlick könne unter anderem durch ungefilterte Einleitungen aus Industrieanlagen des ehemaligen Ostblocks hoch belastet sein und also ein Gesundheitsrisiko darstellen, so die Befürchtungen der Grünen. Daher gelte es schnell Klarheit zu erlangen, weil mit Beginn der warmen Jahreszeit wieder zahlreiche Familien und Touristen den Elbstrand aufsuchen.

„Die CDU unterstützt den Antrag voll und ganz“, so Ratsherr Ulrich Kloevekorn, nachdem Ralf Sonntag den Vorstoß für die Grünen erläutert hatte. Auch SPD und FDP signalisierten sofort Zustimmung. Kloevekorn wollte zudem über das Wasser- und Schifffahrtsamt geklärt wissen, ob auch andere Kommunen entlang der Elbe von dem Phänomen betroffen sind. Auch Dieter Strüven (Linke) plädierte dafür, auch die Ursache für die Sandabtragung näher untersuchen zu lassen. Er gehe davon aus, dass die Verlängerung der Westmole im Zuge des Hafenneubaus eine Rolle dabei spielt, so Stephan Bakan (WSI). Bauamtschefin Gisela Sinz-König erklärte, dass die Stadt in Sachen Sandabtrag bereits in Verhandlung mit einem Experten der Technischen Universität Hamburg-Harburg stehe. Auch die Verschlickung des neuen Hafens und des Anlegers Willkomm Höft solle mit untersucht werden. Ein entsprechendes Angebot werde gerade ausgewertet.

Und die Schadstoffanalyse? Birgit Woywod aus der Bauverwaltung schlug vor, diese im Paket mit der turnusgemäß anstehenden Untersuchung des Hafenschlicks in Auftrag zu geben, um Geld zu sparen. Dies würde allerdings nicht kurzfristig passieren, so Woywod. „Es ist dringend“, mahnte Sonntag eine vorgezogene Untersuchung an. So wurde es auch beschlossen.

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