Schlappes Internet schnell melden

Mit Interesse verfolgten die Besucher der Einwohnerversammlung dem Breitbandvortrag.
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Mit Interesse verfolgten die Besucher der Einwohnerversammlung dem Breitbandvortrag.

90 Gäste bei Einwohnerversammlung in Moorrege / Aufruf zur Bürgerbeteiligung in Sachen Breitbandversorgung

shz.de von
26. Januar 2018, 16:00 Uhr

Das Thema Breitbandversorgung und die Einrichtung einer Stromtankstelle für E-Autos haben im Mittelpunkt einer Einwohnerversammlung in Moorrege gestanden. Etwa 90 Bürger folgten Mittwoch der Einladung von Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (Foto, CDU) in den Saal des Grando Sukredo.

Einen Überblick über die Arbeit des Zweckverbands Breitband Marsch und Geest gab Verbandsvorsitzender Jürgen Neumann (Foto, CDU), der auch Bürgermeister der Nachbargemeinde Heist ist. Mit im Boot: Ines Nicolaisen, die erste Mitarbeiterin des neuen Verbands. „Sie ist auch ganz gespannt, wann sie angeschlossen wird“, verriet Neumann launig. Denn die Diplom-Ingenieurin ist ebenfalls Moorreger Bürgerin und leidet unter einer schlechten Internet-Verbindung. Die gute Nachricht: Bürger des Moorreger Ortsteils Klevendeich können in Kürze an die Datenautobahn angeschlossen werden. Sie werden – quasi nebenbei – auf dem Weg nach Haselau mitgenommen. Warum dies möglich ist und für das restliche Dorf nicht, erklärte Neumann auch. Der Zweckverband darf keine Regionen erschließen, die bereits eine Übertragungsgeschwindigkeit von mindestens 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) haben, wie es in Moorrege der Fall sein soll. Genau das aber bezweifelt Neumann. Und er rief die Bürger dazu auf, ihre Leitungen durchzumessen. Dies geht über eine Internetplattform der Bundesnetzagentur. Er forderte die Zuhörer auf, den Ausdruck mit dem Messergebnis, versehen mit Namen und Adresse, an ihn zu schicken. „So können wir die schwarzen Gebiete kippen“, sagte Neumann. Er spielt damit auf eine Grafik an, in der die als ausreichend versorgt geltenden Orte schwarz dargestellten sind. Neumann berichtete, dass die Telekom derzeit versucht, in Moorrege für die Vektoring-Verfahren weitere Kunden zu suchen, Zweijahresverträge inklusive.

Der erste Spatenstich für den Leitungsbau in Richtung Haselau solle im April getan werden. „Wir dürfen in Heist leider nur durchgehen, aber nicht anschließen“, bedauerte Neumann. Das ärgert ihn auch deshalb besonders, weil er in seinem Bürgermeisterbüro im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst ist. „Ich habe nur sechs Megabit, das kann’s doch nicht sein“, schimpfte er. Und versprach, sich massiv für eine Überarbeitung der vom Kreis Pinneberg vor zwei Jahren in Auftrag gegebenen Markterkundung einzusetzen. Dazu sollen dann auch die von Bürgern eingereichten Messungen dienen. „Es wird mein neues Hobby da zu agieren, ich will nicht sagen zu stänkern“, versprach der Verbandschef.

Die Vision von Neumann ist klar: Im Verbandsgebiet stehen 10 000 Häuser – nur die Hälfte davon darf bisher mit Glasfaser ausgerüstet werden. Bis 2020 / 21 sollten nach seiner Vorstellung alle Bürger die Möglichkeit erhalten.


Elektro-Car-Sharing und Sammelstelle

Auch das zweite Thema – Elektrotankstelle am Rewe-Supermarkt – stieß auf gute Resonanz. Aus der Zuhörerschaft wurde angeregt, ob nicht sogar ein Fuhrpark mit E-Autos vorgehalten werden könne, die sich Bürger dann gegen Geld ausleihen können. Diesem Ansinnen erteilte Weinberg eine Abfuhr. „Das ist überzogen“, meinte der Bürgermeister, aber die von der CDU-Fraktion initiierte Turbo-Tankstelle sei eine gute Zukunftsinvestition. Das wurde auch aus der Zuhörerschaft unterstützt. Car-Sharing sei nicht die Aufgabe einer Gemeinde, dafür gebe es Anbieter, so der Tenor. Weitere Fragen aus der Zuhörerschaft gab es zur Einführung der gelben Tonne, die Einrichtung einer zusätzlichen Glascontainer-Sammelstelle und dem Verkauf der Alten Schule Oberglinde.
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