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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. September 2017 | 04:17 Uhr

Salon-Atmosphäre in der Kirche

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

KAmmermusik Mehr als 70 Gäste erleben ein spannendes Konzert mit dem Northern Guitar Duo und dem Ensemble Anima

Einst war die Kammermusik für den weltlich-repräsentativen Gebrauch bestimmt und stand im Gegensatz zur Kirchenmusik. Erst im Laufe des Barocks wurde sie zur reinen, klein besetzten Instrumentalmusik erklärt.

Wie wunderbar diese Musik aber zu der kontemplativen Atmosphäre in einer Kirche passt, zeigte sich in der Haselauer Heilige Dreikönigskirche, als das Northern Guitar Duo mit den beiden Gitarristen Michael Schröder und Martin Ulleweit auf das Ensemble Anima mit den beiden Violinistinnen Gisela Schmees und Katharina Stallmann, mit Clara Schmid an der Viola und der Cellistin Annika Lorenscheit traf.

Mehr als 70 Gäste kamen in den Genuss eines spannenden klassischen Konzertes in der seltenen Besetzung von Streichern und Gitarre. Nach der Begrüßung durch Pastor Andreas Petersen kamen die Zuhörer in den Genuss des Quartetts für Violine, Viola Violoncello und Gitarre in D-Dur von Joseph Haydn (1732 bis1809). Bei diesem ursprünglich für Barocklaute bearbeiteten Stückes in fünf Sätzen übernahm Ulleweit absolut souverän den Part an der Gitarre. Bei dem später folgenden Fandango-Quintett No 4 in D-Dur von Luigi Boccherini (1743 bis 1805) mit dem ausgiebig variierten spanischen Tanz als Finale im dritten Satz brillierte Schröder an der Gitarre, gemeinsam mit dem Streichquartett.


Begeisterte Zuhörer


Zuvor hatte Schröder einen Brief von Boccherini vorgelesen, in dem er davon spricht, dass die „Musik dazu diene, zum Herzen des Menschen zu sprechen, aber ohne Effekte und Leidenschaften bedeutungslos sei“. Dieses zu erreichen sei die Aufgabe der ausführenden Musiker, die im Herzen den Geist des Komponisten empfinden müssten. Am glücklichsten war Boccherini, wenn nicht nur seine Kompositionen gelobt, sondern auch gesagt wurde, „wie himmlisch die Musiker gespielt hätten“.

All diese Kriterien erfüllten die sechs Musiker an diesem Abend mit ganz spezieller Salonatmosphäre in der historischen Kirche. Ein weiteres Highlight war dabei das vom Northern Guitar Duo gespielte „Duo Concertants“ op. 31 No 2 des Komponisten Antoine de Lhoyer (1768 bis 1852). Das im Dialog dramatische und fast theatralische Werk war von Lhoyer original für ein Gitarrenduo geschrieben worden. Nach anhaltendem Applaus ließen die Musiker als Zugabe noch einmal das beinahe berauschende Fandango-Quintett für die begeisterten Zuhörer erklingen.

Im Anschluss an das Konzert wurde in der Kirche wie üblich Wein an die Gäste und Künstler ausgeschenkt und lange über die „reizvolle Kombi in ihrer Vielfältigkeit und die fantastische Musik“ – wie es Sabine Hinz aus Wedel formulierte – geplaudert.


> www.northernguitarduo.de



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