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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. November 2017 | 00:39 Uhr

Ruinieren die Kürzungen den Sport?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ausschuss Wedels Sportvereine arbeiten am Limit

Es ist nicht die Regel, aber eine Tendenz: Die großen Sportvereine kommen in Wedel noch schlechter mit der Kürzung der Sportförderung zurecht als die kleineren. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses deutlich, zu der die Vereine für eine Stellungnahme und ein Gespräch eingeladen worden waren. Vorsitzender Rolf Möller vom Tennisclub (TC) Wedel analysierte die Situation aller: Die Leistungen der Vereine steigen, das Budget sinkt. „Diese Schere ist ein Drama“, und reiße bald auseinander, so sein düsteres Fazit. Ein einmaliger Sonderbeitrag, zu dem sich der TC im vergangenen Jahr gezwungen sah, habe 100 Austritte nach sich gezogen. Momentan zählt der Verein 460 Mitglieder.

Detlef Murphy (Linke) hatte zuvor den Teufelskreis aufgezeigt: Eine Kürzung der Sportförderung führe fast immer zu einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge, und das treffe besonders die sozial Schwachen sehr hart, konstatierte er. Für Petra Kärgel von den Grünen „sind die Vereine bereits in schwere Schieflage gekommen. Es sind große Schäden in der Infrastruktur der Sportvereine entstanden“, konkretisierte sie.

Christdemokratin Heidi Garling erinnerte an die Bremse der Ausgabenpolitik, die Haushaltskonsolidierung. Ein Dauerbrenner, konterte Murphy. „Diese Kürzungen sind nicht alternativlos. Es gibt Tabus und heilige Kühe in dieser Stadt, die keiner schlachten will“, entgegnete er. Ausschussvorsitzender Lothar Barop (SPD) pflichtete ihm in Letzterem bei. „Ich kann nur empfehlen, Anträge zu stellen, wie hoch der Bedarf ist“, sagte er in Richtung Sportvereine. Das rief Birgit Neumann-Rystow von der WSI auf den Plan. Keine Hoffnungen wecken, forderte sie: „Wir können auch nur innerhalb unseres Budgets hin- und herschieben.“ „Über das Budget entscheiden wir selbst in anderer Runde. Wir sollten für ein erkleckliches Budget streiten“, forderte Murphy auf.

Wie Kollege Möller zeichnete auch Gernot Guzielski, Vorsitzender des SC Rist, ein finsteres Bild: „Ich sehe Verein und Ehrenamt ganz stark auf der Kippe.“ Seine persönliche Einschätzung laute: „Das bricht zusammen.“ Es sei immer schwerer ältere Schüler oder Studenten als ehrenamtliche Trainer zu finden. Zudem sei bei Mitgliedsbeiträgen und Eintrittspreis die Grenze erreicht.

Darüber hinaus machten die Kürzungen die Planung schwer, ergänzte Matthias Dugaro, Vorsitzender des TSV. Die Frage von Renate Koschorrek (FDP) nach der unwirtschaftlichsten Abteilung im Mehrspartenverein konterte Dugaro mit dem Bekenntnis: „Ich möchte keine Sparte schließen.“ Die jungen Turnerinnen benötigen viel Unterstützung und sind dadurch am kostenintensivsten. Aber auch sie sollen im TSV weiterhin ihre Möglichkeiten bekommen.

Besonders die Kinder- und Jugendarbeit kostet sehr viel Geld, bestätigten alle Sportvereine. Sie sei allerdings auch besonders wichtig, nicht nur aus Nachwuchsgründen, sondern ebenso für die Sozialisation, für die Teambildungsfähigkeit der Jugendlichen. Genau so sahen es die Kommunalpolitiker auch.

 

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