Falschparker in Wedel : Rücksichtslose Autofahrer stellen sich Rentnern in den Weg

Für Peter Koepke ist die Bordsteinkante ein Hindernis. Der 80-Jährige braucht einen abgesenkten Bürgersteig, um die Fahrbahn zu überqueren.
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Für Peter Koepke ist die Bordsteinkante ein Hindernis. Der 80-Jährige braucht einen abgesenkten Bürgersteig, um die Fahrbahn zu überqueren.

Autofahrer missachten abgesenkten Bordstein und machen Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit das Leben schwer.

shz.de von
23. Juli 2015, 12:00 Uhr

Wedel | Seit mehr als 40 Jahren wohnt Peter Koepke in der Wedeler Bergstraße. Dort fühlt sich der mittlerweile 80-Jährige wohl. Eine tolle Wohngegend sei das, betont der Archivar im Ruhestand, auch weil das Viertel südlich der Doppeleiche von der Bevölkerungsstruktur her bunt und vielfältig ist. Zur Buntheit gehören auch ältere Menschen, die möglicherweise – wie Koepke – bewegungseingeschränkt oder mit einem Rollator oder im Rollstuhl unterwegs sind. Sie haben jetzt ein Problem. Denn sie werden in ihrer Mobilität eingeschränkt.

Die Bergstraße mündet in die Goethestraße. Will Koepke diese kreuzen, um ins Wedeler Zentrum zu gelangen, ist dies für den 80-Jährigen immer öfter nicht mehr möglich. Denn genau an der Stelle, an der die Bordsteinkante in der Goethestraße gegenüber der Bergstraße abgesenkt ist, um die Querung der Fahrbahn zu markieren und zu erleichtern, parken häufig Autos. Widerrechtlich. Denn die Straßenverkehrsordnung verbietet das Halten und Parken vor abgesenkten Bürgersteigen.

Koepke kann aber nicht einfach ausweichen, ein paar Schritte weiter die Bordsteinkante hochgehen. Sie ist für den Rentner ein unüberwindbares Hindernis. „Beim Versuch an einem parkenden Auto vorbeizukommen, bin ich schon ausgerutscht und gegen das Auto gefallen“, berichtet er. Vor sechs Wochen hat Koepke sich an die Polizei gewandt. Die hätten sich die Situation angesehen, durchaus parkende Fahrzeuge vorgefunden, und gesagt, da müsse ein Verbotsschild hin, behauptet der 80-Jährige.

Vor abgesenkten Bordsteinen ist Parken generell verboten

Verkehrsschilder fallen in die Zuständigkeit der Verkehrsbehörde. In Wedel ist das eine städtische Einrichtung. Das Ordnungsamt habe seinen Vorschlag abgelehnt, berichtet Koepke. „Mit einer gewissen Berechtigung“, gibt er zu. Vor allen abgesenkten Bordsteinen sei Parken generell verboten. Die Stelle ist schlecht einsehbar, weil sich kurz vorher der Bürgersteig auswölbt. Ob sie denn nicht einen Poller hinsetzen könnten, lautete Koepkes zweiter Lösungsvorschlag. 200 Meter weiter stünden zwei Poller, nämlich dort, wo die Theodor-Johannsen-Straße in die Goethestraße einmündet. „Eine Pollersetzung ist nicht das angemessene Mittel, um Falschparker zu verhindern“, erklärt die Verwaltung auf Tageblatt-Nachfrage.

Der Außendienst des Ordnungswidrigkeiten-Sachgebiets habe den Bereich kontrolliert, schreibt die Stadt weiter in ihrer Stellungnahme. Vier Wochen lang seien Politessen mindestens zwei Mal die Woche an der Einmündung vorübergegangen und hätten lediglich ein falsch parkendes Fahrzeug angetroffen.

Dennoch will die Verkehrsaufsicht etwas tun, um die Situation zu beruhigen. „Der abgesenkte Bordstein wird mit einer Grenzmarkierung versehen“, schreibt die Verwaltung. Die Umsetzung sagt sie für „voraussichtlich August und September“ zu. Eine Maßnahme, die helfen kann, aber nicht zwangsläufig helfen muss. „Hinweisen möchten wir darauf“, so die Stellungnahme abschließend, „dass auch eine aufgebrachte Markierung keine Garantie dafür ist, dass Verkehrsteilnehmer dieses akzeptieren und nicht verkehrswidrig parken.“

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