Sportplätze sind ein Quantensprung : RSV weiht zwei Fußball-Kunstrasenplätze und ein Beachvolleyballfeld ein

Mit einem Heißluftballon ging es 50 Meter in die Höhe für einen perfekten Überblick über die neu geschaffene Anlage.
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Mit einem Heißluftballon ging es 50 Meter in die Höhe für einen perfekten Überblick über die neu geschaffene Anlage.

„22 Jahre sind vergangen, seitdem es erste Gespräche über den Tausch der Fläche am Iserbarg mit dieser Fläche gab“, erinnerte Claus Grötzschel, Vorsitzender des RSV.

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29. März 2017, 12:30 Uhr

Rissen | „Für den Rissener Sportverein ist heute der zweitwichtigste Tag in der Vereinsgeschichte. Der wichtigste war die Gründung im Jahr 1949“, sagte Claus Grötzschel, Vorsitzender des RSV, bei der Einweihung des Sportzentrums am Marschweg. Sonntag wurde laut Grötzschel eine der „schönsten Sportanlagen Hamburgs eingeweiht“. Doch diese hatte einen langen Vorlauf.

„22 Jahre sind vergangen, seitdem es erste Gespräche über den Tausch der Fläche am Iserbarg mit dieser Fläche gab“, erinnerte Grötschel an die Vorgeschichte des neuen Sportzentrums, das mit zwei neuen Fußball-Kunstrasenplätzen, einem Beachvolleyballfeld sowie einem neuen Gebäude, das Gymnastikraum, Geschäftsstelle, Fußballheim, Dusch- und Umkleideräume vereint, eingeweiht wurde.
 

„1994 wurde erkannt, dass es eine Win-Win-Situation gibt, wenn die Fläche Iserbarg für Wohnungsbau genutzt wird und am Marschweg ein Sportzentrum entsteht“, so Grötzschel. Der Verein, der „zur Großzügigkeit neigt“, habe zwischenzeitlich das Projekt selbst gefährdet, als man die Fläche an einen Golftrainer abgegeben habe. Erst nach einer Klageflut habe der RSV-Verein die Fläche zurückbekommen. „Politik und Finanzverwaltung haben Weitblick bewiesen und standgehalten“, erinnerte sich Grötzschel. Dann sollte es losgehen. Sollte.

„Lange und nasse Sommer und Winter führten immer wieder zum Stillstand auf der Baustelle“, sagte Grötzschel und ergänzte: „Es ist fast ein Wunder, dass heute die Sonne scheint. Aber das ist vielleicht der Lohn für 22 Jahre Hoffen und Bangen.“ Er war sich sicher: „Dieses Ereignis wird tief in unsere Vereinsgeschichte eingreifen.“ Die neuen Plätze böten die Möglichkeiten, noch mehr Sportlern – auch Flüchtlingen – die Möglichkeit zu geben, sich körperlich zu betätigen. „Der RSV ist ein Breitensport- und ein Familienverein. Wir hoffen, dass die Bewohner der anderen Seite des Marschwegs hier eine sportliche Heimat finden können“, sagte Grötzschel. Aktuell spielen 22 Jugendmannschaften, ein Seniorenteam, zwei Herren- und eine Damenmannschaft beim RSV.

„Was lange währt, wird endlich gut“, urteilte Bezirksamtsleiterin Dr. Liane Melzer. Das neue Sportzentrum sei ein Meilenstein in der erfolgreichen Geschichte des RSV. „Es war ein weiter, aber erfolgreicher Weg, den der Verein in den letzten 68 Jahren gegangen ist“, sagte Melzer, die vor allem das ehrenamtliche Engagement lobte.

Beispielanlage für Beispielverein

„Ich kann nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung der Anlage. 22 Jahre Vorlauf sind eigentlich unvorstellbar“, sagte Jürgen Mantell, Vorsitzender des Hamburger Sportbunds. Mit dem Sportzentrum werde eine „Beispielanlage bei einem Beispielverein“ eröffnet. „Es ist fantastisch, was hier entstanden ist“, so Mantell.

Auch Dirk Fischer, Präsident des Hamburger Fußball-Verbands, stimmte in die Lobhymnen ein: „Ich habe bisher nur erlebt, dass ein Fußballplatz eröffnet wird. Zwei auf einmal ist einzigartig.“ Für den RSV seien die neuen Sportplätze ein Quantensprung, da ganzjährig trainiert und gespielt werden könne. „Jetzt verspringt auch kein Ball mehr durch Hasenlöcher“, scherzte Fischer. Sein Appell: „Leute, tretet dem Verein bei und macht endlich Sport.“ Fischer überreichte einen Fußball an Jan Hardler, Jugendleiter beim RSV, und Alexander Bremer, Abteilungsleiter Fußball, und berief sich auf Wilhelm Busch: „Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.“

Offiziell eingeweiht wurde der Kunstrasenplatz mit einem Freundschaftsspiel zwischen der Hamburger Bürgerschaft und den Senioren des RSV. Aus einem Ballon, der in 50 Meter Höhe über dem Gelände schwebte, konnten die etwa 1000 Besucher bei der Eröffnungsfeier einen besonderen Blick auf das neue Sportgelände werfen. Selbst HSV-Maskottchen Dino kam an dem Tag für einen Antrittsbesuch beim Rissener Sport Verein vorbei.

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