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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 03:58 Uhr

Rolle rückwärts an der Ostmole

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Förderantrag Glaselemente in der Flutschutzmauer und Erhalt des Hafenmeisterhauses sollen nun doch geprüft werden

shz.de von
erstellt am 22.Jul.2017 | 16:00 Uhr

Kein Glas in der Flutschutzmauer und Rekonstruktion statt Sanierung des Hafenmeisterhauses: Es war ein überraschendes Votum zur Ostmolen-Gestaltung, das der Planungsausschuss Anfang des Monats abgab. Eigentlich wäre die Sache damit vom Tisch gewesen, hätten CDU und Grüne die Entscheidung nicht mittels zweiter Anträge revidiert.

Im Planungsausschuss sei offenbar der konkrete Gegenstand des Beschlusses nicht ganz klar geworden, so Michael Schernikau zur Begründung, warum die CDU die Glaselemente erneut aufs Tapet gehoben hat. Tatsächlich gehe es aktuell lediglich um die Aufnahme in die Planungsgrundlagen, um die Chance einer Prüfung der Förderungsfähigkeit zu haben, so der Christdemokrat. Ihn habe die Diskussion im Planungsausschuss überrascht. Schließlich sei der Punkt in der begleitenden Hafen-AG nie ein Thema gewesen.

Der CDU-Antrag habe die Möglichkeit gegeben, sich noch einmal gründlich mit Inhalten des Beschlusses im Planungsausschuss zu befassen, so Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke. „Da ist manches schief gelaufen“, sagte er auch in Anspielung auf den abgelehnten Beratungsbedarf seiner Partei zum Thema. Abweichend vom Fachgremium komme von Teilen seiner Fraktion nun Zustimmung für das Gestaltungselement Glas. Die optische Wirkung sei überzeugend und besser als der Ist-Zustand, begründete Helmut Thöm die Zustimmung der FDP zu dem Antrag.

Dies reichte für eine Mehrheit gegen SPD, WSI, Linke und Teile der Grünen, die mit Nein votierten. Dieter Strüven kritisierte für die Linke, dass nur ein Teil der metallenen Flutschutzklappen sanierungsbedürftig sei, dennoch alle erneuert werden sollten – eine der Alternativ-Varianten zu Glas. Zudem sei nicht verständlich, warum die Flutmauer angesichts der Klimaerwärmung und steigender Meeresspiegel nicht von vorn herein höher gebaut werden könne. Dies sei aus statischen Gründen nicht möglich, so Bürgermeister Niels Schmidt. WSI-Sprecher Joachim Funck führt Sicherheitsbedenken, Unterhaltungsaufwand und mögliche Lichtreflexionen als Gründe für das Nein seiner Fraktion an.


Metallklappen-Sanierung nicht förderungsfähig


Die SPD dagegen wollte das Thema erneut in den Planungsausschuss verweisen – abgelehnt. Glas sei erheblich teurer als eine Sanierung der Klappen, so SPD-Chef Lothar Barop daraufhin als Argument seiner Partei gegen den CDU-Antrag. Schmidt allerdings gab zu bedenken: Die Klappensanierung sei nicht förderungsfähig, bei Glas als wesentliches Gestaltungselement sehe die Stadt dagegen durchaus eine Chance. Dies würde dann bedeuten, dass Wedel lediglich ein Drittel der Kosten trägt.

Ein deutliches Ja bei zwei Enthaltungen gab es für den Grünen-Antrag, Erhalt und Sanierung des historischen Hafenmeisterhauses sollten erste Priorität haben. So soll es im Förderantrag stehen. Zudem soll die Stadt weitere mögliche Fördermöglichkeiten und auch private Sponsoring-Bereitschaft prüfen. Erst im Falle eines Scheiterns solle über Sanierung oder Neubau entscheiden werden. Die öffentliche Diskussion der Neubau-Pläne würde diese Position bestätigen, so Wuttke.

Vor einer Entscheidung alle Förderwege prüfen: Damit gehe auch die CDU konform, so Schernikau. Anders als ihr Ratskollege Thöm, der unter anderem den Nutzungsvorteil eines Neubaus herausstrich, verdeutlichte FDP-Fraktionschefin Renate Koschorrek: „Eine rekonstruierte Originalität gibt es nicht. Wir sollten die Förderungsfähigkeit prüfen.“ Linke-Fraktionschef Detlef Murphy sprach sich dezidiert für den Erhalt des Hauses aus: „Es ist das letzte Stück Originalität in einem ansonsten austauschbaren neuen Hafen.“

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