Wedel : Rode mahnt ohne zu diktieren

Vor einem Selbstportät bei der Vernissage: Freddy Rode und Laudatorin Ursula Bruckwilder.
Foto:
1 von 3
Vor einem Selbstportät bei der Vernissage: Freddy Rode und Laudatorin Ursula Bruckwilder.

Der Barmstedter Künstler Freddy Rode stellt seine Werke unter dem Titel „Trauminseln“ im Reepschlägerhaus aus.

shz.de von
21. Juni 2014, 14:00 Uhr

Wedel | Manchmal gibt es Sachen, die einfach gemacht werden müssen. So ging es dem Barmstedter Künstler Freddy Rode oft, der einen Teil seiner Werke „Bilder, die gemalt werden mussten“ nannte. Zusammen mit einer Auswahl seines zweiten Themas „Trauminseln“ sind sie Inhalt der aktuellen Ausstellung im Reepschlägerhaus, die am Donnerstagabend mit einer Vernissage begann.

Phantasischen Realismus nennen Kunstkenner diese Art von Bildern. Zur Schau kommen Ölbilder, die das Engagement des 71-Jährigen für den blauen Planeten Erde und seine Menschen darauf hervorheben. Mit seinem Trauminsel-Zyklus taucht Rode in wunderbare Naturszenerien ein und erinnert beim näheren Betrachten an den Surrealismus Salvador Dalí oder französischen Comic-Scenearismus von Enki Bilal oder Jean Giraud. Dabei ist sein Ziel die Auseinandersetzung mit der schöpferischen Kraft der Natur und der Bedrohung dieser durch die Menschen.

„Auf meinen zahlreichen Reisen durch die Welt habe ich so viel Schönheit und Elend nebeneinander gesehen, dass ich dies mit meiner Kunst auch anderen Menschen mitteilen musste“, so Rode. Der gebürtige Hannoveraner hat in den 1960er Jahren Porträtmalerei studiert und war lange als freischaffender Künstler in Hamburg tätig. In seinem Heimatort Barmstedt trug er maßgeblich am Erhalt und Ausbau des alten Schloßgefängnisses am Rantzauer See zum Galerie-Café bei.

Von seinen Reisen zeugen auch einige der ausdrucksvollen Porträtbilder der Ausstellung. So stellt ein Bild einen jungen Äthiopier dar, der ihn als Mulitreiber auf seiner Mission als Brunnenbauer in dem krisengeschüttelten Land begleitete. Ein anderes Bild zeigt ein Roma-Mädchen in Marien-Darstellung. „Ich möchte einfach, dass die Menschen verstehen, dass Kinder etwas Heiliges sind“, sagt er zu diesem Bild.

„Das ist das Schöne an Freddy Rodes Bildern, jeder Betrachter kann seine eigenen Gedanken und Träume entwickeln“, kommentierte Laudatorin Ursula Bruckwilder. Die Barmstedter Tierärztin kennt Rode seit Jahren und ist eine große Bewunderin seiner Kunst und Person. „Er mahnt, ohne zu diktieren“, so ihre Zusammenfassung über sein Schaffen. Die Vernissage-Besucher waren jedenfalls beeindruckt. „In den Bildern steckt eine Kraft, die einen regelrecht ins Bild hinein zieht“, so der Kommentar einer Besucherin.

Die Ausstellung ist täglich außer montags  bis zum 27. Juli während der Öffnungszeiten der Teestube des Reepschlägerhauses, Schauenburger Straße 4, geöffnet. Dienstags bis freitags von 16bis 22 Uhr, sonnabends und sonntags von 15 bis 22 Uhr.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen