Innovation - gut auch für Wedel : Rissen bekommt eigenen Ortsbus

<p>Abgas- und geräuschlos:  „E-Bergziege“ im Treppenviertel.</p>

Abgas- und geräuschlos:  „E-Bergziege“ im Treppenviertel.

Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein richten neue Linie ein. Start im Dezember geplant. Jede Stunde durch das Viertel.

shz.de von
14. Juli 2018, 11:27 Uhr

Hamburg / Rissen | Die Bestätigung kam von höchster Stelle. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) verkündete auf der Landespressekonferenz, dass Rissen einen Ortsbus erhalten wird. Die Arbeit des Bürgervereins Rissen und seines Vorsitzenden Claus Scheide hat sich ausgezahlt.

„Ich freue mich total. Das war für mich immer eine Herzensangelegenheit“, sagte Scheide. „Ich habe jahrelang meine Mutter gepflegt und gemerkt, wie es ist, wenn Menschen ihre Mobilitätsqualifikationen verlieren.“ Zudem sei der Individualverkehr für den Bürgervereinsvorsitzenden nicht mehr zeitgemäß. „Der Öffentliche Personen-Nahverkehr muss erheblich unterstützt werden“, sagte Scheide.

 Mittelpunkt der neuen Buslinie, die der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH), nach der Hamburger Hochbahn AG das zweitgrößte Busverkehrsunternehmen in Norddeutschland, einrichten wird,  soll der S-Bahnhof Rissen sein. „Alles andere macht ja gar keinen Sinn“, sagte Scheide. Wie genau der Fahrplan aussehen wird, stehe noch nicht fest. „Es gibt noch viele Kleinigkeiten, die geklärt werden müssen.“  Einmal in der Stunde soll der Rissener Ortsbus voraussichtlich zwischen 7.30 und 22 Uhr fahren.

Welche Haltestellen es geben wird, sei noch offen. Der Bürgerverein hatte in Zusammenarbeit mit den Rissener Kaufleuten und interessierten Bürgern eine mögliche Linienführung für eine Alltags- und eine Naherholungsroute entwickelt. Die Alltagslinie sollte folgende Haltestellen enthalten: S-Bahnhof Rissen, Schulauer Moorgweg/Rheingoldweg, Sandmoorweg/Schulauer Moorweg, Sternenbrücke, Sternipark, Wilhelm-Dähn-Stift, Hobölentwiete/Klövensteenweg, Schule Marschweg, Sportverein Rissen, Bürgerverein Rissen, Kirche, Hollenbach-Stift, Else-Voss-Stiftung, Schule Iserbarg, Haus Wittenbergen, Flerrentwiete/Tinsdaler Heideweg, Leuchtturmweg/Leuchtfeuerstieg, Leuchtturmweg/Rundel, Gymnasium Rissen.

Auf der Naherholungsroute sollte der Bus vom S-Bahnhof Rissen das Haus Wittenbergen, Wittenbergen, den Elbstrand, die Kieskuhle, das Wildgehege und die Ponywaldschänke/Waldspielplatz ansteuern. „Die Gespräche mit den Streckenplanern waren sehr erfolgreich. Etwa 70 bis 80Prozent unserer Ideen sind auch in den Planungen bereits enthalten gewesen“, erläuterte Scheide. Die Feinabstimmung laufe. „Der VHH ist uns und unseren Vorschlägen sehr entgegengekommen“, sagte Scheide.  Das wichtigste Ziel sei  erreicht: Freizeitziele seien ebenso angebunden wie der Ortskern und vor allem Bereiche, an denen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen wohnen. „Wir holen die Menschen, die darauf angewiesen sind, dort ab, wo sie leben. Das war unser Ziel und das wird scheinbar auch umsetzbar sein“, sagte Scheide.

Wie lange eine Tour durch Rissen dauert, stehe noch nicht fest. Klar ist aber, dass wie in Blankenese Bergziegen zum Einsatz kommen. „Sie sind deutlich leichter und leiser als die Zwölf-Meter-Busse, die im Dorfkern immer wieder für Diskussionen sorgen“, erläuterte Scheide. „Wenn es ganz gut läuft, könnten auch Elektrobusse zum Einsatz kommen, aber da gibt es noch einige Hürden aus dem Weg zu räumen.“

„Wenn es richtig schnell geht, könnte der Orts- oder Bürgerbus ab Dezember durch Rissen fahren – passend zum Fahrplanwechsel“, sagte Scheide und verriet seine Planungen: „Wenn das klappt, werde ich im Dezember Party machen. Dann geht es rund – im wahrsten Sinne des Wortes.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen