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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 18:16 Uhr

Moorrege : Rewe-Streit hat Stimmen gekostet

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die CDU erhöht Mitgliedsbeiträge. Eine positive Bilanz wurde präsentiert.

Moorrege | Den unangenehmen Teil der Jahreshauptversammlung hatte Jan Schmidt, Vorsitzender des CDU Ortsverbands Moorrege, schnell hinter sich gebracht. Einstimmig beschlossen die Anwesenden die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags von 7,50 auf zehn Euro pro Monat. Notwendig wurde die Erhöhung, weil die Kreisverbandsumlage auf 7,50 Euro angehoben worden war und somit kein Geld im Ortsverband mehr für Wahlkämpfe oder andere Aktionen angekommen wäre.

Deutlich mehr Spaß machten dem Vorsitzenden die Auszeichnungen für verdiente Mitglieder. Harald Kolumbe wurde für 45 Jahre Mitgliedschaft, Veti Ghiladi, Sören Weinberg und Heinrich Jagemann für 25-jährige sowie Kurt Günther und Carsten Niedworok für 20 Jahre Parteizugehörigkeit geehrt. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Christian von Boetticher zeichnete zudem im Namen des Kreisverbands Moorreges Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg für seine besonderen Verdienste für die CDU aus. Seit 20 Jahren ist Weinberg Bürgermeister der Gemeinde. Das hatte er im April des Jahres gefeiert.

Schmidt blickte in seinem Jahresbericht auf die Kommunalwahl 2013 zurück. „Die Diskussionen um Rewe haben uns Stimmen gekostet“, stellte der Vorsitzende fest und ergänzte: „Die Bäckerei Eggers gibt es zum Glück immer noch, und selbst die härtesten Gegner kaufen mittlerweile bei Rewe ein.“ Mit drei neuen Ratsmitgliedern sei intern der strukturelle Wandel geglückt, und die CDU sei lokal sehr gut aufgestellt. Für 2015 plane der Ortsverband aktuell, wieder einen Tanz in den Mai und das traditionelle Maibaumaufstellen zu veranstalten.

Im Berichtszeitraum seien 4900 Euro in den Wahlkampf geflossen und 3500 Euro an Kreisumlagen gezahlt worden, berichtete Schatzmeister Jan Oltersdorf. „Das Spendenaufkommen ist generell sehr hoch“, sagte er. Dennoch sei die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags unumgänglich gewesen, um entsprechende Reserven für die nächsten Wahlkämpfe aufzubauen. Dieter Norton wurde von der Versammlung einstimmig zum zweiten Kassenprüfer gewählt.

Offene Ganztagsschule kostet 1,2 Millionen

„Wir versuchen unsere Strukturen zu halten und den demografischen Wandel abzufangen“, erläuterte Bürgermeister Weinberg die geplanten Baugebiete, wie den Moorkamp, wo neben einem Ärztehaus auch elf Wohneinheiten entstehen sollen. Derzeit sei man allerdings noch auf der Suche nach einem Mediziner, der sich dort niederlassen wolle.

250.000 Euro sollen 2015 investiert werden, um das Kanalsystem der Gemeinde überprüfen zu lassen. Zudem müssten 1,2 bis 1,3 Millionen Euro in den Ausbau der Schule investiert werden, um die offene Ganztagsschule zu ermöglichen. „2015 haben wir wieder einen ausgeglichenen und schuldenfreien Haushalt“, sagte Weinberg. Die Gemeinde bewege sich langsam auf 4200 Einwohner zu, solle aber weiterhin den dörflichen Charakter erhalten.

Von Boetticher, der vor 27 Jahren seine erste Parteiveranstaltung in Moorrege erlebte, nutzte seine Rede zur Abrechnung mit der Landespolitik. „Olaf Scholz kennt Torsten Albig als Pressesprecher eines Kollegen. Das vergisst man nie“, zweifelte er an Begegnungen der beiden auf Augenhöhe. Gerade beim Ausbau der A 7 sehe er, dass die Verkehrspolitik nicht aufeinander abgestimmt sei. „Schleswig-Holstein wird es ausbaden müssen“, warnte von Boetticher vor dem Wegzug von Unternehmen.

Die eigenen Parteikollegen rief er zur Geschlossenheit auf. In vier Jahren habe die Landes-CDU vier Parteivorsitzende verschlissen. 2010 musste er selbst – noch vor der Wahl – nach dem Bekanntwerden einer Affäre mit einer 16-Jährigen zurücktreten. Jost de Jager trat nach nur 15 Monaten wegen mangelnder Rückendeckung zurück. Viel länger hielt auch Reimer Böge nicht durch, der aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Landesvorsitzenden niederlegte. „Wir müssen aufhören, dem Vorsitzenden Stöcke zwischen die Beine zu werfen und ihn unterstützen, auch wenn er mal einen Fehler macht“, so Boetticher.

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erstellt am 27.Nov.2014 | 14:00 Uhr

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