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„Jugend forscht – Schüler experimentieren“ : Rettet die Bienen, rettet die Welt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Schüler Julian und David aus Wedel wollen die Bienen schützen und rufen zur Mithilfe auf.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | „Wussten Sie, dass 70 der 100 wichtigsten Nahrungsmittel durch Bienen bestäubt werden? Und, dass Bienen in China so gut wie ausgerottet sind?“ Diese ermahnenden Fragen stehen auf einem Flyer von den Sechstklässlern Julian Peters und David Beyer. Die Schüler des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) wissen um den Nutzen und das verheerende Schicksal der Bienen – und wollen sie retten. Mit ihrem Projekt nehmen sie jetzt an „Jugend forscht“ teil.

Bereits seit Herbst 2012 schwirren die Bienen durch den Kopf des zwölfjährigen David. Damals war er mit seiner Familie im Urlaub auf Malta. Dort habe er in einem Meer von wilden Blüten etliche Bienen gesehen. Er war fasziniert. Und dachte sich: „So etwas Schönes muss doch auch zuhause möglich sein.“ Im Frühling 2013 in Deutschland dann die Ernüchterung: „Ich habe mich über die vielen toten Hummeln und Bienen in unserem Garten gewundert.“ Seither ist ihm das Wohlergehen der Bienen das Wichtigste. Er recherchierte, telefonierte mit Experten, wandt sich an Greenpeace. Und wurde selbst zum Bienen-Experten.

Julian kam dann vor einem Monat dazu. „Wir wollen vor allem darauf aufmerksam machen“, sagt der 13-Jährige. Denn beide wissen: „Wenn es keine Bienen mehr gibt, funktioniert das ganze Ökosystem nicht mehr.“

Mit seinem großen Bruder Christian (19) baute David im heimischen Garten ein großes Insektenhaus. Dort können die Flügeltiere Unterschlupf finden. Eingebaut haben sie Holzplatten, Ziegelsteine, Stroh – alles, was den Bienen natürlichen Schutz gibt. Für „Jugend forscht“ schrieb David einen Bericht, mit dem apokalyptischen Titel „Die letzten Bienen“. Auf 15 Seiten erläutert er das Projekt. Der Junge wollte dabei herausfinden, warum es immer weniger Bienen gibt. „Und ob das mit dem Maisanbau zusammenhängt“, sagt er. Denn in Deutschland gebe es immer mehr Futtermais und Biogasanlagen. Monokulturen seien ein Problem, Versiegelung von Grünflächen ein weiteres.

„Außerdem habe ich darüber nachgedacht, wie wir den gestohlenen Lebensraum ausgleichen können, damit die Bienen eine größere Überlebenschance haben“, so David. Kurzerhand gestaltete er den Familiengarten um, bienengerecht. Mit Bienenweide, einer Saatgutmischung mit besonders bienenfreundlichen Blumenmit vielen Pollen und Nektar.

Julian und David appellieren an die Bürger: „Pflanzt Bienenweide in euren Gärten an.“ Wenn jeder Bienenweide im Garten aussäe, müssten die Tiere nicht mehr weit fliegen, so die Schüler.

Deswegen gehen die beiden Teenager bald durch die Rolandstadt und wollen an den Haustüren klingeln. Gegen eine kleine Spende verteilen sie Papiertüte, darin ist Bienenweiden-Saatgut. „Auch wer nur ein paar Cent spendet, bekommt die Saat“, verspricht David. Außerdem planen die beiden einen Info-Stand in der Bahnhofstraße. Sie haben nämlich ausgerechnet wie viel Quadratmeter Bienenweide es benötigt um 300.000 Honigbienenvölker ernähren zu können – so viele seien bereits in Deutschland verschwunden.

Gemeinsam gestalteten die Jungs Plakate, bauten Modelle. Die präsentieren die JRG-Schüler auch am 28. Februar in Elmshorn. Dort findet in der Nordakademie der Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ statt. Sie nehmen an der Juniorensparte „Schüler experimentieren“ im Bereich Biologie teil. Von 14 bis 15.30 Uhr können Besucher sich in der Köllner Chaussee 11 vom Forschungseifer der Nachwuchswissenschaftler überzeugen. Für Julian und David ist eines sicher: „Wenn wir dort gewinnen, wollen wir das Preisgeld investieren – in Bienenweide.“

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