„Die Früchte deiner Arbeit begleiten uns“ : Rektor des Johann-Rist-Gymnasiums in Wedel verabschiedet

Ein Olivenbäumchen, behängt mit vielen guten Wünschen, begleitet Claus Gilliard in den nächsten Lebensabschnitt.
Ein Olivenbäumchen, behängt mit vielen guten Wünschen, begleitet Claus Gilliard in den nächsten Lebensabschnitt.

Claus Gilliard geht früher als geplant. Aus gesundheitlichen Gründen. Zuletzt hatte er monatelang gefehlt. Seine Schüler, Kollegen und auch seine Vorgesetzten bereiteten ihm jetzt einen bewegenden Abschied.

shz.de von
15. Juli 2015, 17:00 Uhr

Wedel | Als Claus Gilliard schließlich das Mikrofon in die Hand nahm, sprach er leise, die Stimme ein wenig belegt. „Danke, dass ich an dieser Schule arbeiten durfte“, sagte der scheidende Rektor des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) bei seiner Verabschiedung in der neuen Aula. Der Pädagoge geht früher als geplant. Aus gesundheitlichen Gründen. Zuletzt hatte er monatelang gefehlt. Seine Schüler, Kollegen und auch seine Vorgesetzten bereiteten Gilliard jetzt einen bewegenden Abschied.

Seit 2002 war er Schulleiter am JRG gewesen. Veränderungen hat Gilliard seit dem reichlich angestoßen. Er hat die Schule ins digitale Zeitalter katapultiert. WLAN eingeführt, Tablets angeschafft. Gerade für das drahtlose Internet gab es einen besonderen Dank der Schülervertreung. In Gilliards Amtszeit fiel die Umstellung auf G8, „nach dem PISA-Schock“, wie die stellvertretende Schulleiterin Anke Kjer betonte. Unter Gilliard entstand der neue Bio-Fachraum und natürlich der Bau des neuen Schmuckstücks des JRG – die neue Aula. Wenn es darum ging, die Ausstattung der Schule zu verbessern, sei der Chef auch mal spontan zu Ikea gefahren, erinnerte sich Kjer. „Die Früchte deiner Arbeit begleiten uns“, sagte die Stellvertreterin.

Ein besonderes Anliegen des Rektors war das Projekt „Schule ohne Rassismus“. Vor Gilliard habe die Initiative an der Schule ein Nischendasein geführt, erinnerte Lehrerin Susanne Horzela. Gilliard selbst mahnte in seinen Abschiedsworten: „Die Aufgabe der Schule ist es, jede Form von Diskriminierung oder Rassismus zu verhindern.“

Der Kurs „Darstellendes Spiel“ zeigte die Performance „Die Welt ist ein Netz“ und wies darauf hin, dass alle Menschen miteinander verbunden sind. (Foto: Willuhn)
Der Kurs „Darstellendes Spiel“ zeigte die Performance „Die Welt ist ein Netz“ und wies darauf hin, dass alle Menschen miteinander verbunden sind. (Foto: Willuhn)
 

Der Personalratsvorsitzende der Schule, Gerd Linkhorst, stellte zunächst die ketzerische Frage in den Raum: „Wozu brauchen wir eigentlich einen Schulleiter?“ und beantwortete sie gleich selbst. Gilliard sei eben nicht nur der „gefürchtetste Besucher im Klassenzimmer gewesen“, sondern habe sich vor allem immer schützend vor seine Kollegen gestellt. Der Schulleiter habe große Stärken in der persönlichen Ansprache und immer eine offene Tür gehabt. Er selbst werde niemals vergessen, wie ihm Gilliard bei einem Trauerfall in der Familie beigestanden habe.

Pädagogische Konzepte, Organisation von Bauprojekten, Personalmanagement – Kjer erinnerte daran, dass Gilliard trotz all dieser Pflichten vor allem immer eines geblieben sei: ein begeisterter Lehrer. Kein Wunder, dass ihn seine letzten Schüler, die er als Klassenlehrer unterrichtet hatte, mit einer Tanzperformance zu Ushers „Yeah“ verabschiedeten. Bei so viel jugendlichem Schwung, überwog am Ende bei Gilliard der Optimismus ob der neuen Lebensperspektiven im Ruhestand: „Ich freue mich.“

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