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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 11:42 Uhr

Rehder kauft Kirchstieg-Areal

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Keine neue Ausschreibung: Ratsmehrheit entscheidet gegen Empfehlung des Planungsausschusses / 40 Wohnungen entstehen

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2013 | 16:00 Uhr

Die Unterschrift unter den Kaufvertrag markierte zugleich den Schlussstrich unter ein Kapitel, das Stadt und Politik mehr als drei Jahre lang beschäftigt hat: Gestern hat der Wedeler Bauunternehmer den Erwerb des städtischen Grundstücks am Kirchstieg besiegelt. Damit kann Wedel Einnahmen von 1,6 Millionen für die klammen Kassen verbuchen.

Möglich geworden war der kurzfristige Deal, weil der Rat Donnerstagnacht einer Empfehlung des Planungsausschusses nicht gefolgt war, wonach die Ausschreibung neu aufgerollt werden sollte. Wie berichtet hatten dies SPD, Grüne und Linke gefordert und in dem Fachgremium mehrheitlich durchgebracht – neben einer dauerhaften Zuwegung über den Kirchstieg statt wie bislang geplant über die Rudolf-Höckner-Straße.

Hintergründe erläuterte Grünen-Ratsherr Olaf Wuttke: Die Unterstützer des Antrags seien zu dem Schluss gekommen, dass die Politik beim ersten Auswahlverfahren für die Projektplaner „einen großen Fehler“ gemacht habe. Die Stadt könne kein Grundstück verkaufen, dessen Erreichbarkeit davon abhängt, ob und unter welchen Umständen der Eigner eines benachbarten Areals seinerseits einen Teil seiner Flächen verkaufen will. Das müsse vorher geklärt werden – auch bei einer alternativen Erschließung über den Kirchstieg.

Für die SPD erklärte Manfred Eichhorn, der als Ratsherr für den zurückgetretenen Jochen Möller nachgerückt ist: Seine Partei habe seinerzeit der Zuwegung über Rudolf-Höckner-Straße immer nur schweren Herzens zugestimmt. Und weil die Verwaltung gesagt hätte, es gehe nicht anders. Nachdem klar gewesen sei, dass der Verkehr während der Bauphase über den Kirchstieg geleitet werden soll, habe man gesagt: Dann kann und soll dies auch grundsätzlich der Weg zu dem Grundstück sein.


SPD steht zu geltendem Ratsbeschluss


Was allerdings die neue Ausschreibung angehe: Da sei er im Ausschuss zu weit vorgeprescht, sagte Eichhorn – und revidierte jetzt die SPD-Position. Seine Partei stehe zu der Vereinbarung, dass der zweitplatzierte Bewerber zum Zug komme, wenn der erstplatzierte nicht in der Frist unterschreibt. Das war bekanntlich der Fall. Und Eichhorn ergänzte: Sowohl Rehder als auch der erstplatzierte Udo Möller hätten im Auswahlverfahren gut abgeschnitten. „Uns war besonders das Ergebnis sozialer Wohnungsbau wichtig, das möchten wir auch jetzt erhalten. Bei Neuausschreibung ist das möglicherweise nicht gegeben.“

Die SPD beantragte daher getrennte Abstimmung und votierte mit Grünen und Linken für die Zuwegung Kirchstieg – die sich nicht durchsetzte. Eine Neuausschreibung lehnten die Sozialdemokraten gemeinsam mit WSI, FDP und CDU ab. Die Christdemokraten hatten sich generell vehement gegen den Antrag als ganzen ausgesprochen. Planungsausschuss und Rat hätten sich klare Vorgaben für den Verkauf gesetzt. Seine Partei könne da eine nachträgliche Abkehr von der Entscheidungsgrundlage nicht mittragen, so Michael Schernikau, planungspolitischer Sprecher der CDU.

Rehder will auf 7000 Quadratmetern zwischen Höckner-Straße und Gau-Heim 40 Wohnungen in drei vier- und einem zweigeschossigen Gebäude plus Staffel bauen. Letzteres ist für ein Wohnprojekt reserviert. 14 Wohnungen werden mit öffentlichen Fördermitteln gebaut. Zudem sind Gemeinschafts-Pavillon, Tiefgarage und Anschlüsse für E-Mobile geplant.

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