Region als Kerngeschäft

Während der Generalversammlung wurden Mitglieder für 50-jährige Zugehörigkeit geehrt.
1 von 2
Während der Generalversammlung wurden Mitglieder für 50-jährige Zugehörigkeit geehrt.

Vorstände der Raiffeisenbank Elbmarsch legen bei Generalversammlung positive Ergebnisse für 2018 vor

Avatar_shz von
06. Juni 2019, 16:00 Uhr

Haseldorf | Das Geld aus der Region soll in der Region bleiben. Für die Vorstände Torsten Wölm und Sönke Hahn von der Raiffeisenbank (Raiba) Elbmarsch ist das seit Jahren das Credo. Während der Generalversammlung am Dienstagabend im Jägerkrug Hohenhorst in Haselau stellten sie den 150 Mitgliedern und 30 Gästen eine positive Bilanz vor. Der Wachstumstrend im Kreditgeschäft setzte sich 2018 fort, die Dividende für die 1631 Anteilseigner beträgt zehn Prozent und die schwindende Zinsmarge wird durch Vermietung von Immobilien aufgefangen werden, so das Resümee von Wölm.

Dazu passen denn auch gleich zwei Investitionen, von der eine bereits realisiert ist. So wurde vor kurzem in Heist gegenüber der Raiba-Filiale ein Reihenhaus mit vier Wohneinheiten errichtet, die vier Wohnungen sind bereits vermietet. Deutlich größer ist das Engagement an der Bundesstraße (B) 431, für das die Baugenehmigung noch aussteht: Die Raiba wird an der Wedeler Chaussee auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Rieprich einen Komplex mit einer Gesamtnutzfläche von 3600 Quadratmetern erstellen. Hauptmieter wird das Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) sein. Der erste Spatenstich soll noch im Herbst erfolgen, jedenfalls nach jetziger Planung, wie Hahn gestern auf Nachfrage mitteilte. 200 Quadratmeter will die Raiba selber nutzen und mit ihrer Filiale aus dem Großen Ring umziehen.

2018 weitete die örtliche Kreditgenossenschaft ihre Kredite um zehn Prozent aus. „Hierin spiegelt sich sowohl die Investitionsfreude der heimischen Wirtschaft als auch das steigende Interesse der Bürger an Wohneigentum wider“, berichtete Wölm. An die öffentliche Hand zahlte die Raiba Steuern in Höhe von rund 214 000 Euro, davon allein rund 100 000 Euro Gewerbesteuern an die Gemeinden, in denen Filialen unterhalten werden.

Wirtschaftlich zeigt sich die Raiba Elbmarsch solide. Die Bilanzsumme stieg 2018 um 7,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 190 Millionen Euro. Bei den Einlagen verzeichnete die Bank nach Worten Wölms ein Wachstum um ebenfalls zehn Prozent auf 143 Millionen Euro. Trotz der Niedrigzinsphase sei das Institut bei Privatpersonen und mittelständischen Unternehmen weiterhin als sicherer Verwalter von Vermögenswerten gefragt. „Insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase sollten Anleger ihre Investments breiter streuen und nicht nur auf das Tagesgeld setzen“, betonte Wölm. Wie die Historie zeige, seien bei Aktien auf längere Sicht deutlich höhere Renditen zu erwarten.

Mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 247 000 Euro lag der Gewinn unterhalb vom Vorjahresniveau. „Mit diesem Ergebnis können wir, gerade vor dem Hintergrund der herausfordernden Niedrigzinsphase, zufrieden sein“, bekräftigte Wölm. Die Rücklagen der Bank werden zudem um 220 000 Euro aufgestockt, nachdem der Fonds für allgemeine Bankrisiken schon vorab mit 600 000 Euro dotiert wurde. Das bilanzielle Eigenkapital erhöht sich damit auf 18,2 Millionen Euro, was einer Quote – Bezugsgröße ist die Bilanzsumme – von 9,5 Prozent entspricht.

Unzufrieden zeigt sich Wölm mit der steigenden bürokratischen Belastung infolge der Bankenregulierung. Die Regulierer würden zu wenig zwischen risikoarmen Regionalbanken wie die Raiba und den systemrelevanten Großbanken differenzieren. „Hier brauchen wir dringend spürbare Erleichterungen“, meinte Wölm.

Die Mitglieder zeigten sich zufrieden. Sie entlasteten Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig. Auch die Wahlen zum Aufsichtsrat waren einstimmig: Rainer Behnke und Nils Scharrel aus Heist wurden für weitere drei Jahre in das Aufsichtsgremium gewählt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen