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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:31 Uhr

Haseldorf : Ranger Malte Göpel sagt Tschüs

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der 34 Jahre alte Natur- und Landschaftspfleger wechselt vom Haseldorfer Elbmarschenhaus nach Mölln. Neues Leben im Bauwagen.

shz.de von
erstellt am 29.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Haseldorf | Er ist der Mann der ersten Stunde – nun geht er zu neuen Ufern: Malte Göpel, Ranger vom Haseldorfer Elbmarschenhaus, sagt zum Jahreswechsel Tschüs. Der 34-Jährige wechselt von der Elbe in den Wald. Genauer gesagt nach Mölln, zur jüngsten Integrierten Station des Landes Schleswig-Holstein. „Das Team wird Malte sehr vermissen“, betont Edelgard Heim, Chefin der Haseldorfer Einrichtung. Er habe die Geschicke des Elbmarschenhauses wesentlich mitbestimmt. Seine lockere, souveräne und direkte Art habe jedes Herz erobert.

Raus in die Natur – das war und bleibt die Devise von Göpel. Nicht nur dienstlich, sondern auch privat. „In erster Linie bin ich – egal was ich mache – Pfadfinder“, erklärt Göpel lachend. Dass er mal Ranger werden würde, stand bei seinem Karrierestart nicht fest. Nach der Mittleren Reife hat er in Drage eine Lehre zum Forstwirt bei den Landesforsten gemacht. Eineinhalb Jahre lang hat er in seinem Beruf gearbeitet, bis ihm eine Tätigkeit als Natur- und Landschaftspfleger angeboten wurde. „Wir sagen hier Ranger, damit die Leute wissen, was wir machen“, erläutert Göpel.

Als Göpel nach Haseldorf kam, war er 22 Jahre alt. „Ich hatte wenig Ahnung von Botanik und Vogelkunde“, gesteht er. Aber er konnte die Bäume auseinander halten und besaß handwerkliches Geschick. Genau das wurde während der Pilotphase in Haseldorf gebraucht. Denn das Elbmarschenhaus erstrahlte 2004 keineswegs im heutigen Glanz. Das ehemalige Verwaltungsgebäude des Haseldorfer Gutes brauchte eine Komplettsanierung. „Ich habe alles, was statisch unbedenklich ist, gemacht“, erinnert sich Göpel. Ob den Ausbau der alten Räucherkammer, das Abmontieren von alten Heizungen oder dem Rausreißen von Versorgungsleitungen – der Ranger legte kräftig mit Hand an.

„Auch das Außengelände trägt seine geschickte Handschrift“, verrät Heim. Hinter dem Haus liegt eine kleine Erlebnislandschaft, die der Ranger liebevoll angelegt hat. „Alles was man drinnen in der Ausstellung gesehen hat, kann man draußen erleben“, erläutert Göpel. Wer will, kann mit einem von ihm gefertigten Klotstock über einen breiten Wassergraben springen, oder mit einer von ihm geschnitzten Kelle im Riesenformat Wasser schöpfen.

Von Kindern geliebt sind die lebendigen Weidengänge, die der Ranger in liebevoller jahrelanger Arbeit geflochten hat. Und wer eine Anregung für den Vorgarten will, sehe sich die Kopfweiden an. Auch hier Natur-Kunst à la Malte. Für die Irokesen-Weide stand ein Zivildienstleistender Modell, erinnert sich Göpel. „Ich will die Gäste inspirieren“, sagt er. Zivi Kurt Belzer hatte kurzzeitig einen Irokesen-Haarschnitt und lieferte so die Idee für die Baumskulptur.

Was war die schlimmste Erfahrung? Göpel lacht: „Den Marschboden zu erleben.“ Als vor Jahren die Heckenpflanzung anstand, rechnete er zwei Tage dafür ein. „Nach eineinhalb Wochen war ich immer noch nicht fertig“, erinnert er sich. Denn der Marschboden ist schwer – und mit dem Bodenaushub wollte er die 500 Jungpflanzen natürlich nicht erschlagen.

Viele Stunden hat Göpel im Moor verbracht, im Tävs- und Buttermoor Gräben eingestaut. Pro Moor seien es mindestens 60 Staudämme gewesen. Pädagogisches Geschick zeigte der Pfadfinder bei einem internationalen Jugendcamp. Die Teilnehmer des Workcamps rackerten im Moor bis zur Erschöpfung und hatten dennoch viel Spaß dabei.

Das Leben in den lauenburgischen Wäldern wird noch eine weitere Neuerung für Göpel haben. Er hat sich einen Bauwagen gekauft, den er mit Hilfe von Freunden zurechtwerkelt. In ihm will er künftig wohnen. Als Stellplatz dient ein Bauernhof bei Bagteheide, der Freunden gehört.

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