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Vandalismus in Wedel : Randalierer zertrümmert Zaun

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Arbeitslosenselbsthilfe sucht nach Spendern, die eine neue Grundstücksbegrenzung für 300 Euro finanzieren.

Wedel | Seit mehr als 30 Jahren gibt es die Arbeitslosenselbsthilfe in Wedel. Seit elf Jahren treffen sich Menschen, die schon länger ohne Beschäftigung sind, in der Blockhütte zwischen Bahnhof und Wedeler Au. Sie frühstücken gemeinsam, tauschen sich aus, geben sich gegenseitig Halt. Alkohol und Drogen sind streng verboten. Probleme gibt es jedoch immer wieder mit Alkoholikern, die in unmittelbarer Nähe des Treffpunkts trinken.

Vor vier Wochen eskalierte die Situation. „Ein Betrunkener hat den Zaun vor unserem Haus kurz und klein geschlagen“, sagt Hans-Günter Werner, der ehrenamtliche Geschäftsführer des Vereins. Der Mann bereue die Tat und würde gern helfen, den Schaden wieder gutzumachen. Werner: „Ich habe ihm gesagt, dass ich die Anzeige zurückziehe, wenn er den Zaun repariert.“ Schnell wurde jedoch klar, dass der Täter bei allem guten Willen nicht in der Lage ist, den Zaun wieder herzustellen. Werner suchte nach Alternativen: „Ich habe eine Baufirma gefunden, die uns einen stabilen Metallzaun für 300 Euro verkaufen würde – zur Selbstmontage.“ Wenn der Randalierer beim Aufbau helfen würde, wäre für Werner die Angelegenheit ebenfalls erledigt.

Der Knackpunkt: Die Arbeitslosenselbsthilfe hat momentan keine 300 Euro übrig. „Es bleibt kaum was übrig, nach dem wir jeden Monat unsere Fixkosten von 1000 Euro gedeckt haben“, betont Werner. Er hofft daher auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung.

Der zerstörte Zaun – für Werner symptomatisch für das schwierige Verhältnis mit den Trinkern in der Mühlenstraße. Wer sein Leben ändern wolle, finde beim Verein immer ein offenes Ohr. Werner: „Wir ziehen jedes Jahr ein bis zwei Leute aus der Szene raus.“ Auf der anderen Seite sei die Anwesenheit der Alkoholiker rufschädigend für den Verein. „Die Menschen denken: Kein Wunder, dass die arbeitslos sind, wenn alle trinken.“ Vertreiben wolle man die Abhängigen aber auch nicht. Anderswo in der Stadt würden sie erst Recht nicht geduldet, so Werner.

Gegründet wurde der Verein 1982 unter dem Namen „Arbeit für alle“. Seither kümmert er sich um von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen in Wedel.Vor elf Jahren hat der Verein  den jetzigen Platz in der Mühlenstraße gefunden. Etwa 30 Betroffene kommen regelmäßig in die Begegnungsstätte, halten das Haus in Ordnung oder kaufen ein für das gemeinsame Frühstück. Viele Jahre hat sich der Verein durch das Projekt „Dienstleistungen aller Art“ weitgehend selbst finanzieren können. Dabei übernehmen die Arbeitslosen für Privatleute kleine Aufgaben im Bereich Haus und Garten. Das Spendenkonto des Vereins bei der Sparkasse Wedel hat die IBAN-Nummer: DE 11221517300015006042
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erstellt am 18.Okt.2014 | 14:00 Uhr

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