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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 13:48 Uhr

Wedel : Radler sind auf der Straße am sichersten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

17 verunglückte Radfahrer auf 10.000 Einwohner: Mit dieser Zahl liegt Wedel unter den traurigen Top fünf im Land. Die Polizei erklärt dazu: Die Radler sind auf der Straße am sichersten unterwegs.

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 12:30 Uhr

wedel | „Weil Fahrradfahrer die schwächeren Verkehrsteilnehmer sind, sollten sie sich im Straßenverkehr defensiv verhalten“, empfiehlt Polizeihauptkommissar Reino Timm (kleines Foto). Der stellvertretende Revierleiter in Wedel schaut mit Sorge auf die Zahlen der verunglückten Radfahrer. Mit 17 Radfahrer-Unfällen je 10 000 Einwohner, liegt Wedel landesweit unter den Top fünf. Bei den nichtmotorisierten Zweiradfahrern als Unfallverursacher liegt Wedel hinter Lübeck und Rensburg auf Platz drei. „Radfahrer müssen sich wie Pkw-Fahrer an die Straßenverkehrsordnung halten“, stellt Timm klar.

Er empfiehlt neben einer defensiven vor allem eine vorausschauende Fahrweise. „Als Fahrradfahrer ist man auf der Straße am sichersten“, stellt der Polizeihauptkommissar klar und ergänzt: „Vielleicht ist es subjektiv anders, aber das ist durch Zahlen belegbar.“

Man sollte in Wedel keinen Radweg nutzen

Gleiches empfiehlt auch Arne Meier, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Wedel – wird dabei aber deutlicher: „Man sollte keinen der Radwege, die in Wedel existieren, nutzen.“ Aus seiner Sicht erhöhe das Fahren auf dem Radweg die Sicherheit nicht. „Wer doch auf einem Radweg fährt, sollte vor allem auf Ausfahrten und Einfahrten achten“, empfiehlt Meyer. Denn gerade Abbiege-Kollisionen sorgen für schwere Unfälle mit Fahrradfahrern. Fahrradfahrer sollten daher bei Straßenüberquerungen die Autofahrer im Auge behalten. Meier räumt mit einem Mythos auf: „Es bringt nichts, sich bunt anzumalen oder Warnwesten zu tragen. Dadurch wird man nicht besser gesehen.“

„Die Verkehrsmoral ist generell gesunken“, stellt Timm in seiner täglichen Arbeit fest. Viele Verkehrsteilneher würden sich sehr leicht über Vorschriften hinwegsetzen. Daher setzen die Beamten derzeit verstärkt auf Kontrollen. „Oftmals hilft das mehr als Aufklärung“, so Timm. Das gelte sowohl für Fahrrad- als auch Autofahrer.

Meier sieht vor allem eine Gefahr in den sogenannten „Geisterradlern“. „Auf der falschen Seite der Straße fahren ist besonders gefährlich“, warnt Meyer. Dort würden Radler nicht wahrgenommen und würden den Gegenverkehr gefährden.

Neben dem Fahren auf der Straße rät Meyer zu einem selbstbewussten Auftreten: „Wer auf der Fahrbahn fährt, sollte sich nicht in den Randbereich drängen lassen.“ Man sollte mindestens 75 bis 100 Zentimeter Abstand zum Randstein halten. Bei parkenden Autos empfiehlt er einen Abstand von 150 Zentimetern. Wegen möglicherweise aufschwingender Autotüren. Für drängelnde Autofahrer hat er sein eigenes Patentrezept: „Man sollte jeden Autofahrer, der einen bedrängt, anzeigen.“

Die Frage Fahrradhelm ja oder nein, müsse, da sind sich Polizei und ADFC einig, jeder für sich entscheiden. Die Sicherheit würde im Falle eines Unfalls aber definitiv erhöht. Timm ist sich sogar sicher: „Der Rückgang an schweren oder tödlichen Unfällen ist nicht auf die Verkehrsteilnehmer, sondern immer bessere Sicherheitsausstattungen zurückzuführen.“

Die Hoffnung, dass es auf den Straßen aber wieder ruhiger zugeht, hat Polizeihauptkomissar Timm noch nicht aufgegeben: „Wenn jeder sich wieder auf defensives Verhalten im Verkehr besinnt, wäre es für alle einfacher.“

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