Radler oder Parker?

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Streit um geplanten Ausbau der Spitzerdorfstraße beim Marktplatz: Bauausschuss verschiebt Entscheidung auf 2019

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10. Februar 2018, 16:00 Uhr

Schutzstreifen für Radfahrer oder Parkplätze? Zwei Optionen, zwei Fronten im Bauausschuss. Die Bauverwaltung wollte Donnerstagabend den fälligen Ausbau der Spitzerdorfstraße im Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und Feldstraße auf den Weg bringen. Doch die Politik entzweite sich an den möglichen Ausbauvarianten – und stimmte am Ende mehrheitlich für die Verschiebung der Maßnahme auf 2019.

Bei der Vorstellung durch Annette Boettcher von der Bauverwaltung klang es noch nach einem möglichen Kompromiss: Parkplätze entlang der Straße nur noch im Norden auf der Marktplatzseite und im Süden ein Schutzstreifen für Radler nannte sie als erste Option. Es sei jedoch auch „vorstellbar“, so die Verwaltungsmitarbeiterin vorsichtig, ganz auf Parkplätze zu verzichten und dafür beidseitig Fahrradstreifen zu markieren. Darauf sprangen sogleich SPD und Grüne an. „Wir tendieren zu Radstreifen auf beiden Seiten, auf dem Markt und in der Umgebung gibt es genug Parkmöglichkeiten“, so SPD-Ratsherr Wolfgang Rüdiger. Ralf Sonntag (Grüne) sah dies ähnlich, nachdem Boettcher auf Nachfrage erklärt hatte, dass Anwohner-Stellplätze zwischen den Mehrfamilienhäusern vorhanden sind. Ganz anders René Penz (WSI): „Ich kann die Motivation, die Parkplätze in diesem zentralen Bereich wegzunehmen, nicht nachvollziehen.“ Insbesondere zu Wochenmarkt-Zeiten würden diese von Marktbesuchern und Autofahrern, die den überlaufenen Arcaden-Parkplatz meiden, stark genutzt. Die Schutzstreifen seien dem Umstand geschuldet, dass man etwas für Fahrradfahrer in Wedel tun wolle, so Boettchers Erklärung.


Zweifel an Notwendigkeit einer Sanierung

Wenn schon Ausbau, dann mit der Maßgabe, möglichst viele Parkplätze zu erhalten, so Helmut Thöm zur Position der FDP. Die Fahrbahn sei hinsichtlich der Breite nicht geeignet für Radstreifen. Er könne indes nicht erkennen, dass überhaupt die Notwendigkeit einer Sanierung bestehe. So ging es auch Klaus Schröder (CDU). Eine Radstreifenmarkierung im Süden biete sich schon deshalb nicht an, weil die Stadt eine Pflanzbucht für einen privaten Baum einplane, die in die Fahrbahn ragt und den Streifen damit durchbrechen würde. Schröders Vorschlag: Die Baumfläche solle in Parkstreifen integriert werden.

Radfahrer können ausweichen, das zeige sich am Beispiel Bahnhofstraße, wo die Streifen häufig unterbrochen seien, so Sonntag. „Wenn schon Ausbau, dann im Sinne der Zeit – mit zwei Radstreifen.“ In dem Straßenabschnitt bestehe gar nicht die Notwendigkeit, widersprach Penz. „Hier kann Wedel nicht als fahrradfreundliche Stadt punkten.“ Auch CDU-Ratsherr Ulrich Kloevekorn konstatierte: „Das ist keine Rennstrecke. Radstreifen sind totaler Unsinn auf dem kleinen Stück.“ Besonders an Markttagen sei die Spitzerdorfstraße jedoch stark frequentiert. „Ich verstehe nicht, wieso Sie da denken, wir könnten auf Parkplätze verzichten“, so der Christdemokrat Richtung Boettcher. Zudem würden so Parkgebühren wegfallen, gab Kloevekorn zu bedenken.

Er war es, der schließlich den Antrag stellte, den Ausbau auf 2019 zu verschieben. WSI, FDP und Linke gingen mit der CDU. Lediglich SPD und Teile der Grünen votierten dagegen.

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