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ADFC Fahrradklima-Test : Radfahrer strafen Wedel erneut ab

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wieder miese Noten fürs Radeln in der Stadt. Radwege zu schmal und in schlechtem Zustand.

shz.de von
erstellt am 30.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Wedel | „Aus unserer Sicht hat sich nichts Wesentliches verändert“, sagt Jürgen Lieske nüchtern. Der Sprecher der örtlichen Fahrradlobbyisten kommentiert die neuen Zahlen, die der bundesweite ADFC Fahrradklima-Test 2016 für Wedel bereithält. In der Gesamtbewertung ging’s unter den 92 Fragebogenrückmeldungen in der Note ein Zehntel von 4,2 auf 4,1 hinauf: nach wie vor ausreichend. Im Ranking innerhalb der Stadtgrößen fiel Wedel damit aber zurück. Auf den 284. Platz bei 364 Mitstreitern. In der letzten Befragung 2014 landete die Rolandstadt noch auf Platz 274 von 292 etwa gleichgroßen Städten. „Wir sind nach hinten gerutscht, hinter uns sind jetzt aber auch mehr“, bilanziert Lieske. Die Gesamtnote aller Städte der Klasse liegt bei 3,7.

Völlig unterm Strich bewerten die Wedeler Radfahrer – nach wie vor – die Breite und die Oberfläche der Radwege. Hier gab’s 2014 und hier gibt es im aktuellen Test jeweils ein sattes mangelhaft. Lediglich hinterm Komma hat sich etwas getan. Beide Bewertungen sind um 0,2 angestiegen. Die Stadt hat in zwei Jahren zwei Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn eingerichtet, 2015 auf der Feldstraße und 2016 auf der Bahnhofsstraße. Das begrüßen die Wedeler Fahrradfahrer, weiß Lieske. Dafür gab’s das Plus, interpretiert er. Sie würden allerdings als viel zu schmal empfunden, deswegen immer noch die schlechte Bewertung. Lieskes bitteres Fazit, das er stellvertretend für die Testteilnehmer zieht: „Vom Ansatz her schön, aber misslungen.“

„Wedel ist eine ideale Radfahrerstadt“, sagt der ADFC-Sprecher begeistert. Die Entfernungen seien kurz, von einem zum anderen Ende muss man nicht mehr als vier Kilometer zurücklegen. Deswegen würde auch die „Erreichbarkeit Stadtzentrum“ immer wieder die beste Bewertung aller abgefragten Themenpunkte bekommen. Diesmal eine 2,4. Auch das Öffnen der Einbahnstraßen in Gegenrichtung und „zügiges Radfahren“ begrüßen die Wedeler. Die beiden Punkte rangieren in der allgemeinen Klassifikation auf Platz zwei und drei.

Die Frage, ob Radfahren in der Stadt Spaß macht oder Stress bedeutet, bekommt diesmal die Note 3,4. Ein knappes befriedigend, obwohl der Stellenwert des Radfahrens in der Stadt durchweg nicht gut bewertet wird. Die Schulnoten für die Fragen danach, ob Wedel viel für seine Radwege tut, ob sie regelmäßig gereinigt werden, ob falsch parkende Autos gerügt und ob Ampelschaltungen abgestimmt sind, bewegen sich zwischen 4,3 und 4,9. Über Breite und Oberfläche der Wege hinaus wird unter „Komfort beim Radfahren“ von den Teilnehmern auch abgestraft, wie schlecht Radler in Wedel an Baustellen vorbeigeführt werden. Mit einer 4,9 landete die Beurteilung auf dem drittletzten Platz.

Worüber sich Sprecher Lieske im aktuellen Test besonders freut, ist die Anzahl der Rückmeldungen. Von 51 Teilnehmern schnellte die Beteiligung auf 92. Es steige nicht nur das Interesse am Radfahren, deutet er den Zuwachs. Es wollten sich auch mehr Wedeler Radfahrer aktiv beteiligen – und ihren Unmut darstellen. Zudem sei mit dem zukünftigen Radwegekonzept, das die Politik wie in der strategischen Steuerung festgeschrieben bis 2020 planen und umsetzen will, ein Fortschritt in Sicht. „Es muss in den nächsten Jahren besser werden. Wir freuen uns drauf“, so Lieske heiter. 

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