Pläne für Markenfilm-Gelände : Psychiatrische Klinik im Wedeler Wald geplant

Die Oberberg-Gruppe, die aktuell neun Kliniken an acht Standorten im deutschsprachigen Raum unterhält, möchte nach dem Weggang von Markenfilm eine psychiatrische Privatklinik am Schulauer Moorweg realisieren.
Die Oberberg-Gruppe, die aktuell neun Kliniken an acht Standorten im deutschsprachigen Raum unterhält, möchte nach dem Weggang von Markenfilm eine psychiatrische Privatklinik am Schulauer Moorweg realisieren.

Die Oberberg-Gruppe stellte im Wedeler Bauausschuss Konzepte für den Bau einer psychiatrischen Privatklinik mit rund 100 Plätzen vor. Betriebsbeginn soll 2020 sein.

shz.de von
28. Juni 2018, 14:30 Uhr

Wedel | Große Pläne für die Nachnutzung des Markenfilm-Geländes am Schulauer Moorweg: Dienstagabend stellte die Oberberg-Gruppe im Wedeler Bauausschuss Konzepte für den Bau einer psychiatrischen Privatklinik auf dem Wald-umsäumten 3000-Quadratmer-Grundstück nördlich der Au an der Grenze zu Hamburg vor. Der Klinikenverbund mit Verwaltungssitz in Berlin plant eine Einrichtung mit rund 100 Plätzen. Betriebsbeginn soll 2020 sein.

Dr. Roland Dankwardt, Geschäftsführer des Bereichs Unternehmensexpansion bei Oberberg, skizzierte in seiner Präsentation vor Politik und Verwaltung das therapeutische Angebot, das in Wedel etabliert werden soll. Demnach liegt der Fokus aus Privatpatienten, die sich mit Depressionen, Burnout oder nach Entgiftungen in einem geschützten Raum in Behandlung begeben wollen. „Alle kommen freiwillig, keiner bleibt gegen seinen Willen, es wird keine geschlossene Abteilung geben“, versuchte Dankwardt schon im Vorfeld mögliche Bedenken zu zerstreuen.

„Idealer Rückzugsort für Patienten“

Das grüne, eingewachsene Areal bezeichnete der Mediziner und Krankenhausbetriebswirt als „idealen Rückzugsort für Patienten“. Dies seien klassisch Frauen, zwischen 45 und 53 Jahren alt, die sich zur Behandlung einer Depression in einen rund achtwöchigen Aufenthalt begeben. „Menschen wir du und ich, die Sie nicht groß erkennen, wenn sie ihnen begegnen“, so Dankwardt. Bei Abhängigkeitserkrankungen liege der Fokus klar auf Alkohol, teils aber auch anderen Drogen. Junkies würden nicht behandelt. Auch würden die Oberberg-Kliniken nicht an der Pflichtversorgung teilnehmen. 

Erwachsene Patienten im Fokus

Im Fokus stehen in Wedel erwachsene Patienten. Um für Kinder und Jugendliche mitzuplanen sei das Grundstück „fast zu klein“, sagte Dankwardt. Die alte Villa auf dem Gelände soll erhalten und in den zweigeschossigen Komplex eingebunden werden. 65 bis 70 Mitarbeiter sollen in der Wedeler Klinik beschäftigt sein, die als eigenständige GmbH geführt werde und auch am Ort der Leistungserbringung – sprich Wedel – Gewerbesteuern zahlt. Ziel sei es, den rund 15 Monate dauernden Bau zeitnah zu realisieren. Voraussetzung ist eine Änderung des B-Plans, der für das Areal eine auf die Filmproduktionsstandort zugeschnittenen Sondernutzung vorschreibt. Auf Tageblatt-Nachfrage sagte Dankwardt, dass keine Waldflächen für den Bau gerodet werden sollen. Ein Kaufvertrag sei noch nicht unterzeichnet.

Markenfilm, 1957 in Wedel gegründeter Branchenprimus der deutschen Werbefilmproduktionen, hatte Ende 2015 überraschend angekündigt, den Firmensitz zu ihren Tochterfirmen nach Hamburg zu verlegen.

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