Forderung nach ruhiger Sanierung : Protest: Anwohner sind gegen den Klövensteen-Masterplan

Die Anwohner des Wildgeheges im Klövensteen lehnen den Masterplan in großen Teilen ab.
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Die Anwohner des Wildgeheges im Klövensteen lehnen den Masterplan in großen Teilen ab.

Geht es nach den Anwohnern, dann soll das Wildgehege in seiner jetzigen Form erhalten bleiben.

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16. April 2018, 12:45 Uhr

Wedel/Hamburg | Die Anwohner des Wildgeheges im Klövensteen sind auf Zinne. „Ich kann gar nicht glauben, was hier geplant ist“, sagt Götz Burckhardt über den Masterplan Klövensteen. Zwei Waldschulen, ein Forsthof, ein Waldcamp, eine Waldbühne, ein Waldbad, ein Naturspielplatz sowie jede Menge hautnahe und außergewöhnliche Tier- und Naturerlebnisse versprechen die Planer der Berliner Entwicklungsagentur Dan Pearlman. Doch bei den Anwohner stößt das auf wenig Akzeptanz.

„Ich war total überrascht und bin von den Plänen entsetzt“, sagt Landwirt Olaf Hansen, dessen Hof direkt an den Wildpark grenzt. Die anderen Anwohner, die sich zur Interessengemeinschaft „Verkehrsberuhigter Klövensteen“ zusammengeschlossen haben, nicken zustimmend. Niemand haben mit ihren über die Pläne gesprochen. „Die Anwohner sind ebenso wenig wie wir beteiligt worden“, sagt Barbara Meyer-Ohlendorf, Vorsitzende der Ortsgruppe Hamburg-West des Naturschutzbunds (Nabu). Sie wünscht sich Workshops und echte Bürgerbeteiligung. „Die Planungen verändern die ganze Ecke massiv. Allein die Anzahl der Parkplätze würde verdreifacht“, kritisiert Thure Timmermann. Doch ist die Verkehrsbelastung nicht der einzige Kritikpunkt der Bürgerinitiative.

Nicht kaputt machen lassen

Die Erhöhung der Tierarten von acht auf 59 und das einsperren stößt den Anwohnern ebenso sauer auf wie der geplante Waldcampus mit 1580 Quadratmetern Nutzfläche. Zudem fürchten sie, dass das Restaurant „Kleine Waldschänke“ verschwinden könnte – zumindest am aktuellen Standort. „Wir sind keine Städter, sondern sehen es unglaublich pragmatisch. Wir haben einen unmittelbaren Bezug zum Wildgehege“, betont Burckhardt. „Ich will mir das nicht kaputtmachen lassen.“

Der Sanierungsbedarf sei dem Gelände anzusehen. Doch der „Masterplan Klövensteen“ schieße laut der Initative über das Ziel hinaus. „Was den Klövensteen so schön macht, ist das natürlich gewachsene Konzept. Der Masterplan zeigt Natur, wie sie sich Großstädter vorstellen – mit Tieren hinter einer Glasscheibe“, kritisiert Angela Malet. Burckhardt fürchtet: „Die Tiere, die hier leben, vertreibt man.“ Meyer-Ohlendorf wirft sarkastisch ein: „Deshalb sperrt man sie ja dann ein.“

Sie wollen mitgestalten

Die Anwohner wollen aber nicht nur kritisieren oder verhindern, sondern mitgestalten. „Der Klövensteen ist schön so, wie er ist. Er ist ein Juwel, ein schrammeliges und krömmeliges. Aber das macht ihn aus“, sagt Malet. Die Anwohner wollen, dass der Parkplatz saniert, die Größe aber erhalten bleibt. Die Gehwege sollen verbessert, der Spielplatz saniert, öffentliche Toiletten eingerichtet und die „Kleine Waldschänke“ erhalten bleiben.

Eine Idee sei ein Streichelzoo für Kinder. „Wir sind für eine Sanierung, aber mit ruhigen Elementen und nicht so einem Remmidemmi, wie es das Bezirksamt derzeit plant“, sagte Malet. In den kommenden Wochen wollen die Anwohner für ihre Idee werben und Unterschriften gegen den „Masterplan Klövensteen“ sammeln. Weitere Infos zu ihrer Aktion gibt es hier.

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