Interaktive Karte : Privater Investor will 5000-Quadratmeter-Areal in Hetlingen

Investor Bernd Schwarz möchte rund 5000 Quadratmeter am Rande des Dorfes Richtung Haseldorf westlich der L261 zwischen alter Scheune und Eckhorst bebauen.
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Investor Bernd Schwarz möchte rund 5000 Quadratmeter am Rande des Dorfes Richtung Haseldorf westlich der L261 zwischen alter Scheune und Eckhorst bebauen.

Privater Investor möchte 5000-Quadratmeter-Areal in acht Grundstücke mit je einer Wohneinheit unterteilen.

shz.de von
01. Juli 2015, 16:30 Uhr

Hetlingen | Bekommt Hetlingen ein neues Baugebiet? Und wenn ja, wie sollen die Häuser dort aussehen? Und wie viel Einfluss behält die Gemeinde auf die Gestaltung einer nichtgemeindlichen Fläche eines externen Investors? Das waren die Kernfragen, die während einer Informationsveranstaltung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 13 intensiv diskutiert wurden.

Neben den politischen Verantwortlichen Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) und Bauausschuss-Chef Michael Rahn (FW) waren gerade einmal vier Hetlinger in die Feuerwache gekommen. Die aber wollten alles sehr genau wissen. Sie fragten hartnäckig nach. Zum einen, wie sie sagten, um eine „Wildschweinsiedlung“ zu verhindern, zum anderen, um den „anheimelnden“ dörflichen Charakter Hetlingens zu bewahren.

Investor Bernd Schwarz möchte rund 5000 Quadratmeter am Rande des Dorfes Richtung Haseldorf westlich der L  261 zwischen alter Scheune und Eckhorst bebauen. Dafür hat ihm das Planungsbüro Möller-Plan einen Strukturplan entworfen. Den stellte Landschaftsarchitektin Birgit Möller vor.

Das Areal soll in acht Grundstücke aufgeteilt werden. Mindestgröße: 600 Quadratmeter. Eine Wohneinheit pro Grundstück ist geplant. Auf dem Erdgeschoss darf lediglich ein Staffelgeschoss sitzen oder ein ausgebautes Dach. Die maximal erlaubte Firsthöhe ist mit neun Metern angegeben. Jedes Grundstück muss zwei Stellflächen vorweisen. Die Zuwegung führt über die Landesstraße.

Die vorgelagerte Verkehrsinsel dort darf nicht versetzt werden. Allerdings darf das Ortsschild an die Flächenaußenseite verrückt werden, das habe der Landesbetrieb zugesagt, berichtete Möller. Bezüglich Beleuchtung, Kanalisation und anderer Erschließungsarbeiten entstünden für die Gemeinde auf der Privatstraße innerhalb des Areals keine Ausgaben. „Sämtliche Kosten landen beim Vorhabenträger“, versicherte Stadtplanerin Möller.

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„Ich kann mich damit nicht anfreunden“, bekannte Helmut Gröne während der anschließenden Aussprache. „Man kann ein Dorf durch Baumaßnahmen auch kaputt machen. Es ist eine Schade, dass da so wild drauflosgebaut wird.“ Der Flächennutzungsplan erlaube die Bebauung, erklärte Rahn.Allerdings gebe es noch keinen B-Plan für das Gebiet. Den stellten die politischen Gremien auf. Und darin könnten dann auch alle möglichen Bauvorgaben festgeschrieben werden. „Planungshoheit hat die Gemeinde“, unterstützte ihn Planerin Möller. „Wir beraten lediglich und machen Vorschläge.“

Im Baugebiet Achter de Kark gibt es heute noch freie Flächen. Die Gemeindevertretung habe dort versäumt festzulegen, bis wann gebaut werden müsse, so Rahn. Das wünsche er sich beispielsweise jetzt für das neue Gebiet. Auch die Firsthöhe sei bisher nur ein Vorschlag. Die Gemeinde könne sogar bestimmen, wie die Hausdächer aussehen sollen, erklärte der Bauausschuss-Chef. Dafür werde ein städtebaulicher Vertrag geschlossen.

Ob die bisherige Regel „Die Gemeinde kauft die Flächen, plant, erschließt und verkauft wieder“ denn jetzt außer Kraft gesetzt sei, wollte Gröne wissen. „Es fehlt ein Beschluss dafür“, entgegnete Riekhof. Man habe in alten Sitzungsunterlagen suchen lassen, aber nichts gefunden. Im Übrigen habe es in der jüngsten Gemeindevertretersitzung für einen solchen Vorstoß keine Mehrheit gegeben, sprang Rahn der Bürgermeisterin bei.  

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