Prinzessinnen-Programm kommt an

Michael Horn-Antoni erstaunte das Publikum mit Gesang und veschachtelten Geschichten.
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Michael Horn-Antoni erstaunte das Publikum mit Gesang und veschachtelten Geschichten.

Michael Horn-Antoni begeistert in der Bandreißerkate mit seinem musikalischen Ausflug in die Welt der Lady Diana

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06. Januar 2018, 16:00 Uhr

Selbst das Team des Kulturvereins Haseldorfer Marsch wusste nicht so ganz genau, was das Publikum am Donnerstagabend in der Bandreißerkate erwarten würde. Eigentlich hätte an diesem Tag traditionell das vierhändige Beatleskonzert mit den Pianisten Michael Horn-Antoni und seinem Freund Heinrich Thuy stattfinden sollen. Doch der Musiker aus Bad Camberg sagte aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig ab. Horn-Antoni musste spontan in der Schatzkiste seiner Lebenserfahrungen graben, um ein Konzertkonzept als Alleinunterhalter auf die Bühne zu bringen. Er erinnerte sich an eine um den Tod von der englischen Prinzessin Diana rankende Geschichte, die er vor vielen Jahren skizziert und nun in ihren Verzweigungen und Verschachtelungen für diesen Abend weitergeführt habe, so Horn-Antoni.

Mit den Worten, es solle ein „abenteuerliches Programm“ werden, begrüßte der Lehrer im Ruhestand und aktive Kirchenmusiker die etwa 50 Besucher ganz unprätentiös am Keyboard und mit einer schlichten Anlage, einem Mikrofon und zwei Lautsprecherboxen. Aber schon mit den einleitenden Worten zu dem Unfalltod von Prinzessin Diana in Paris am 31. August 1997 und ihrem Lieblingslied „I Vow To Thee My Country“ des Dichters Cecil Spring-Rice mit der Jupiter-Melodie von Gustav Holst aus der Suite „Die Planeten“ brach der charmante Musiker den Bann und eroberte die Herzen der Gäste. In cooler Clubatmosphäre – nur der Kamin fehlte noch – spann Horn-Antoni nach und nach ein Geflecht von zwar wahren, aber schon stark mystisch angehauchten Geschichten rund um Lady Di, die Musik der Beach Boys mit Brian Wilson und seinen Brüdern, Elton John, Randy Newman und Paul McCartney. Immer wieder zauberte der Haselauer verblüffende Zusammenhänge, Zeichen und fast unheimliche Bilder in Verbindung mit den Liedtexten der Künstler und dem Unfalltod der Prinzessin aus dem Zylinder wie ein Zauberkünstler. Und alles umspielt von Musikstücken auf dem Piano, wunderbar gesetzt und intoniert, zum Teil als Sahnehäubchen auf ein Sinfonieorchester vom Band gesetzt oder einigen heißen Gesangseinlagen.

Die Reaktion war ein Raunen, das sich immer wieder durch die von Kerzenschein erleuchtete Kate zog, ebenso wie sporadischer, mal wohl dosierter oder begeisterter Applaus an einigen Stellen, als hätten sich die Gäste abgesprochen. Später mochten sie gar nicht wieder gehen, es gab noch so viel über die Mystik des Abends bei einem Glas Wein mit dem Künstler zu bereden.

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