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Verwirrspielmitschwarzem Humor : Premiere im Theater Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Spannungsgeladene Erstaufführung der Krimi-Komödie „Doppelspiel“. Unternehmen kündigt Vorhang-Spende an.

Wedel | Erwartungsvolle Stille im ausverkauften Theaterraum – Premierenstimmung. In der ersten Reihe die Wedeler Prominenz: Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) mit Ehefrau Susanne, Stadtpräsidentin Renate Palm (WSI) sowie ihre Vorgängerin Sabine Lüchau (CDU). Kai Nerger, Vorsitzender des Theatervereins, begrüßte die Gäste, dankte allen Sponsoren und bat um eine Gedenkminute für den Ende Dezember verstorbenen Helmut von der Heide, der das Theater entscheidend geprägt hat. Einhellig erhob sich das Publikum. Bevor der altgediente Vorhang sich öffnete, machte Jürgen Niemax, Pentosin-Geschäftsführer und einer der wichtigsten Sponsoren, gut gelaunt den Stellenwert des Theaters deutlich: „Ich habe für die heutige Premiere auf Karten in der VIP-Loge beim HSV verzichtet.“ Das Theater Wedel leiste großartige Arbeit. Als Anerkennung und optische Unterstützung stellte Niemax einen neuen Vorhang in Aussicht. Der Clou daran: Wedel reiht sich damit ein in die Liste weltberühmter Spielstätten, denn derselbe Hersteller hat auch für die Opern in New York, Sydney und die Semperoper in Dresden die Stoffe gefertigt.

Dann nimmt das turbulente Bühnengeschehen seinen Lauf: Es wird gelogen, gedroht und geschossen, wie es sich für einen soliden Krimi gehört. In „Doppelspiel“ des Franzosen Robert Thomas geht es um Lug und Trug im Haus der reichen Francoise (überzeugend verzweifelt und empört gespielt von Barbara Kailuweit), die mit Windhund Richard (Quintus Hummel gibt lässig den skrupellosen Dandy) verheiratet ist. Schnell wird klar, dass er nur auf ihr Geld aus ist. Als Francoise ihm den Geldhahn zudrehen will, droht er mit Mord. Einen triftigeren Scheidungsgrund dürfte es wohl nicht geben. 

Quintus Hummel glänzt in einer Doppelrolle

Mit Hilfe des raffinierten Hausmädchens Louise (souverän und erfrischend wandlungsfähig in Szene gesetzt von Britta Meiners) und Richards unverhofft auftauchendem Bruder Michel (Quintus Hummel) schmiedet sie einen Plan. Und die patente Louise weiß: „Männer sind wie Kinder, sie brauchen eine starke Hand.“ Auch den Geschäftsmann und Juristen Eckström – herrlich scheinheilig und verklemmt dargestellt von Ben Bewersdorff–, bei dem Richard ebenfalls in der Kreide steht, spannt sie ein, um den lästigen Ehemann loszuwerden. Ein rasantes Doppelspiel mit überraschenden Offenbarungen beginnt, in dem immer wieder Geld den Besitzer wechselt und auch die vermeintlich treue Louise sich als kühl kalkulierend erweist. 

Erst der Kommissar (Hans Kall) und seine Polizisten (Jens Lumpe, Gerta Hellriegel und Renate Steinbach) setzen dem Verwirrspiel ein Ende. Dank unerwarteter Wendungen und verblüffender Knalleffekte sowie der spürbaren Spielfreude der Darsteller bleibt die schwarze Krimi-Komödie bis zum Ende witzig und spannend. Regisseur Günther Hagemann ist mit seinem  Ensemble eine überzeugende, unterhaltsame Inszenierung gelungen.

Weitere Aufführungen sind bis Sonnabend, 25. April,  geplant. Der Eintritt kostet 14,50 Euro, ermäßigt neun Euro. Tickets  sind im Vorverkauf dienstags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr unter Telefon 04103-9679067, und an der Abendkasse im Theater Wedel, Rosengarten 9, sowie im Buchhaus Steyer, Bahnhofstraße 46, erhältlich.
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erstellt am 09.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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