Premiere: „Grüne Welle“ für die Retter

Wedel installiert landesweit erstes System zur Ampelsteuerung bei Feuerwehreinsätzen

shz.de von
18. Januar 2018, 15:54 Uhr

Sie verspricht mehr Sicherheit für Einsatzkräfte plus Beschleunigung der Anfahrtswege und weniger Beeinträchtigungen für die übrigen Verkehrsteilnehmer: Als laut Hersteller erste Kommune landesweit hat die Stadt Wedel die „Grüne Welle“ für die Feuerwehr eingeführt.

Das Ampelsteuerungssystem Sitraffic Stream der Firma Siemens schaltet Ampeln auf Grün, sobald sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht nähern. Alle anderen Verkehrsadern inklusive Fußgängerüberwege haben das rote Stopp-Signal. Sobald die Feuerwehr den Kreuzungsbereich verlassen hat, geht die Ampel wieder in den Regelbetrieb über.

Geschaltet wird die „Grüne Welle“ über einen GPS-Sender im Fahrerhaus, der via Internet einen zentralen Verkehrsrechner in München ansteuert. Er gibt das Signal an den virtuellen Wedeler Verkehrsrechner weiter, von dem die Ampelbeeinflussung erfolgt. Dies ermögliche einen ganzheitlichen Eingriff ins Ampelsystem, im Gegensatz etwa zu funkgestützten Steuerungen wie die Busbeschleunigung, die lediglich einzelne Ampeln beeinflusse, heißt es von Seiten der Stadt. Der GPS-Sender wird mit dem Blaulicht aktiviert. Die „Grüne Welle“ wird etwa 15 bis 20 Sekunden bevor das Einsatzfahrzeug die Kreuzung erreicht, geschaltet.

Vier Feuerwehrwagen, die bei einer Alarmierung zuerst zum Einsatz kommen, sowie zwei Hauptverkehrsknoten von Wedel innerorts an der zu Stoßzeiten ausgelasteten Bundesstraße 4 31 wurden im ersten Anlauf ausgerüstet. Kostenpunkt: rund 12 000 Euro. Eine weitere Kreuzung ist in Arbeit.

Seit Oktober 2017 sammelt Wedels Freiwillige Feuerwehr Erfahrungen mit dem Sitraffic-Stream-System. Bislang wurde es bei 16 Einsatzfahrten genutzt, so Feuerwehr-Pressesprecher Dennis Renk. „Die Erfahrungen und Rückmeldungen sind durchweg sehr positiv. Der gesamte Kreuzungsbereich war leer und wir konnten gefahrlos unseren Weg fahren“, sagte Renk gestern bei einer Vorstellung des Systems.

Bislang nutzen es nach Angaben von Siemens-Projektleiter Ingo Gierke fünf Städte in Deutschland. Erstmals erfolge dabei die Steuerung über einen virtuellen Verkehrsrechner.

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